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Analyse zum Schwimm-Notstand: Auch in der Politik gibt es Nichtschwimmer

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Wolfgang Otter

Analyse

Von Wolfgang Otter

Die Zeiten, in denen Kommunen ihr eigenes Hallenbad im Alleingang gebaut und erhalten haben, ist vorbei. Das zeigt besonders das Negativbeispiel Wörgler Wave. Immerhin steht eine Bauruine an der Peripherie der Stadt, deren Errichtung noch nicht einmal abbezahlt ist. Rund sieben Millionen Euro sind noch offen, obwohl sich im Hallenbad schon lange keine Welle mehr auftürmt.

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Ein Musterbeispiel, wie kommunale Selbstüberschätzung und Sparkurs bei der Erhaltung einer Einrichtung enden kann. Kein Wunder, dass im Bezirk Kufstein und wohl im ganzen Land Bürgermeisterinnen und Bürgermeister schlucken, wenn sie das Wort Hallenbadbau hören.

Aber die Kommunen braucht es, damit der Schwimmsport irgendwann wieder im Unterland ausreichende, entsprechende Trainings- und Wettkampfbedingungen vorfindet und Schüler im Sportunterricht wieder ins Wasser springen können. Voller Elan war eine Initiative dafür im Unterland gestartet, um im Jahr eins nach dem Wave Überzeugungsarbeit zu leisten. Mittlerweile, so die Vertreterinnen der Gruppe bei einer Pressekonferenz, habe man das Gefühl, sich im Kreis zu drehen. In Wahrheit lernten die Idealistinnen nur die Mühen der Politik, in diesem Fall der Kommunalpolitik, kennen. Der Kirchturm ist auch 2022 noch immer näher als die nächste Gemeinde.

Wenn sich nicht bald in der Politik ein engagierter Vorschwimmer findet, wird das Projekt sprichwörtlich baden gehen. Warum soll ein Entscheidungsträger zustimmen, wenn nicht einmal der Schatten eines Projektes in Sicht ist? Noch dazu droht der Wirtschaft, und damit in weiterer Folge auch der öffentlichen Hand, das Geld auszugehen.

Krieg, Pandemie und andere Widrigkeiten lassen den Wirtschaftsmotor nicht mehr brummen, sondern bringen ihn ins Stottern oder sogar zum Stillstand. Und jemand, der sich Strom und Heizung nicht mehr leisten kann, wird kaum ans Hallenbad denken. Schlimmstenfalls wird man sich also mit der Schwimmhallen-Idee nicht nur im Kreis drehen, sondern sogar aus der Bahn geworfen.

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