Metaller KV

Metaller-Gewerkschaften fordern 10,6 Prozent mehr Lohn und Gehalt

Arbeitgebervertreter und ihr Gegenüber die Arbeitgeber der Metalltechnischen Industrie (FMTI) bei den Metaller-KV-Verhandlungen.
© APA/HELMUT FOHRINGER

Die Gewerkschaften wollen keinen Reallohnverlust zulassen. Es gehe auch darum "die Kaufkraft der Menschen zu stärken", so GPA-Chef Karl Dürtscher.

Wien – Die Gewerkschaften haben heute die Herbstlohnrunde mit einer Forderung nach einem Lohn- und Gehaltsplus von 10,6 Prozent für die Metalltechnische Industrie eingeleitet. "Es geht jetzt auch darum, die Kaufkraft der Menschen zu stärken. Die Gewerkschaften werden keinen Reallohnverlust zulassen. 10,6 Prozent mehr sind daher eine richtige Forderung", sagte GPA-Chef Karl Dürtscher. "Es braucht hier keinen Zauberstab", meinte er.

Weitere Forderungen der Gewerkschaften sind: 1.000 Euro für Lehranfänger, ein neuer Zuschlag für Samstagsarbeit, die Anhebung des Überstundenzuschlages für die 10. Arbeitsstunde und eine leichtere Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche.

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Erwartungsgemäß wenig erfreut zeigte sich Arbeitgebervertreter Christian Knill über die Lohnforderung von GPA und PRO-GE. Diese seien "unvernünftig und überzogen", man dürfe nicht vergessen dass ein Drittel der 1.200 Betriebe keine Gewinne mache. Und er sprach sich indirekt für Einmalzahlungen beim Kollektivvertrag (KV) aus. Diese steuerbefreite Möglichkeit nicht zu nützen wäre "ein Schwachsinn", sagte der Obmann des Fachverbandes der Metalltechnischen Industrie (FMTI). Einer möglichen Arbeitszeitverkürzung als Ausgleich für allzu hohe prozentuelle Anstiege beim KV 2023 erteilte Knill eine Absage: "Eine Arbeitszeitverkürzung lehnen wir ab."

Schon vor der Forderungsübergabe hatte PRO-GE-Chef Rainer Wimmer gemeint, Einmalzahlungen seinen nicht nachhaltig und könnten höchstens das "Schnittlauch am Brot" sein. Diese einmalige Auszahlung könne die hohe Inflationsrate nicht abgelten.

Gefeilscht wird wie immer in der Wirtschaftskammer Österreich in Wien. Neben der Metalltechnischen Industrie (FMTI) mit ihren rund 130.000 Beschäftigten werden auch noch die Kollektivverträge der anderen Branchen der Metallindustrie verhandelt, sie betreffen rund 70.000 Arbeitnehmer. Hier waren die Abschlüsse in der Vergangenheit gleich hoch wie beim FMTI. Ähnlich verhält es sich bei den Löhnen und Gehältern des Metallgewerbes, über die in wenigen Wochen verhandelt wird.

Im Vorjahr schloss die Metallindustrie bei einem Lohn- und Gehaltsplus von 3 bis 3,55 Prozent ab. Der Mindestlohn legte auf 2.089,87 Euro brutto zu. Der neue Kollektivvertrag soll mit 1. November 2022 gelten.

Wie geht es nun weiter? Heute, Montagmittag, beginnen nach der Übergabe der Lohn- und Gehaltsforderung die sogenannten Wirtschaftsgespräche, erst übernächsten Montag geht es dann mit der eigentlich ersten Verhandlungsrunde los. (APA)