Wirtschaftsprofessor zur Italien-Wahl: Finanzprobleme durch Rechtsruck?
Am Sonntag finden die in Europa mit Spannung erwarteten Parlamentswahlen in Italien statt. Wirtschaftsprofessor Christoph Hauser über die Auswirkungen eines Rechtsrucks auf Steuern, Schuldenquote und Finanzmärkte.
Welche Schwerpunkte legen die Parteien in ihren wirtschaftspolitischen Planungen?
Christoph Hauser: Bei einer Bildung der Regierung durch den Rechtsblock der Parteien Fratelli d’Italia von Giorgia Meloni, die Lega von Matteo Salvini und der Forza Italia von Silvio Berlusconi würde die Steuerlast vermindert werden. Diese soll durch die Einführung einer so genannten Flat Tax von 15 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig plant man die Mehrwertsteuern auf Nahrungsmittel und Energie zu senken. Auch der Linksblock um den Partito Democratico plant, Steuerlast und Inflationsdruck zu mildern, würde dies aber stärker einkommensabhängig ausrichten. Gemeinsam ist beiden Programmen, dass es keine Prognosen zu Kostenumfang und möglicher Neuverschuldung gibt.
Welche Probleme würde dies für die hohe Verschuldung Italiens bringen?