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Europas Vielseitigkeit als Turbo: EU-Kommissarin Mariya Gabriel im Interview

Die EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Bildung, Kultur und Jugend, Mariya Gabriel, war gestern zu Besuch in Tirol und an der Uni Innsbruck – hier im Quantenlabor mit Experimentalphysiker Rainer Blatt.
© Uni Innsbruck

EU-Forschungs- und Bildungskommissarin Mariya Gabriel räumt ein, dass die Teuerung mittelfristig auch für die Förderung einiger Forschungsprojekte riskant sein könnte. Und sie beklagt die Leseschwäche vieler Schüler.

Aus dem EU-Leistungsbericht zu Forschung und Innovation 2022 geht hervor, dass Europa an Boden verliert, weil andere mehr und schneller investieren. Wie reagiert die Kommission?

Gabriel: Selbst im internationalen Kontext wird das europäische Innovationsumfeld täglich stärker. 2021 verzeichneten wir einen kometenhaften Anstieg von Investitionen in Start-ups um beinahe das Dreifache vom Vorjahr auf 120 Milliarden Euro. Zudem bin ich zuversichtlich, dass Europa zum globalen Motor bei der vierten Innovationswelle wird, also bei technologie­intensiven Innovationen und Start-ups.

Aber liegt Europa nicht schon längst abgeschlagen hinten?

Gabriel: Die EU ist nach wie vor eine Forschungshochburg. Auf sie entfallen etwa 20 Prozent des weltweiten wissenschaftlichen und technologischen Outputs bei weniger als 7 Prozent der Weltbevölkerung. Darüber hinaus hält die EU eine Führungsrolle bei umweltbezogenen Technologien. Damit wir auf globaler Ebene ein wichtiger Akteur bleiben, müssen aber Wirksamkeit und Leistungsfähigkeit der öffentlichen Forschungs- und Innovations-Systeme durch höhere Investitionen und politische Reformen gesteigert werden.

Die Schlacht um Informationen haben längst die USA für sich entschieden. Alle großen Internetplattformen kommen von dort. Dennoch will die EU-Kommission eine Alternative zu Google, Meta und Co entwickeln lassen? Macht das Sinn?