Ein Punkt fehlt zur Grazer Herrlichkeit: „Wäre für den Verein ein Riesending“
Sturm Graz hat gute Karten, in der Europa League zu überwintern. Dafür braucht es heute (18.45 Uhr, live ServusTV, Sky) einen Punkt in Dänemark.
Herning – „Wenn du in Europa überwinterst, dann bist du wieder wer.“ Sturms Sportchef Andreas Schicker weiß, was die Stunde geschlagen hat: Österreichs Vizemeister benötigt heute (18.45 Uhr, live ServusTV, Sky) im abschließenden Gruppenspiel beim FC Midtjylland einen Punkt, um den Verbleib in der Europa League zu fixieren. Erstmals seit knapp zwei Jahrzehnten könnte Sturm also das Kunststück gelingen, in Europa zu überwintern. „Das wäre für die ganze Steiermark, für Graz, für den Verein ein Riesending“, legte Schicker nach.
Und auch Trainer Christian Ilzer flog mit einem guten Gefühl nach Dänemark. „Es fehlt ein Spiel, eine Top-Leistung“, sagte er am Flughafen Graz-Thalerhof gut gelaunt. Die Aufstiegschancen wollte der zuletzt angeblich auch von Schalke 04 umworbene Trainer nicht beziffern. „Ich bin kein Rechner und hoffe, dass wir so gut spielen werden, damit keiner rechnen muss.“
„Wir sind eine Mannschaft, die immer auf Sieg spielt. Das ist so in der DNA drin, deswegen ist ein X für uns kein Thema“, sagte Kapitän Stefan Hierländer: „Wir wollen den letzten Schritt gehen. Sich als Mannschaft in die Sturm-Historie einzutragen, ist ein ganz großes Ziel. Da sind wir noch nicht am Ende.“ Die Szenarien (siehe rechts) lassen jedenfalls vom Gruppensieg bis zu Platz vier alles möglich erscheinen. Selbst bei einer Niederlage könnte Sturm noch international weiterspielen. Dafür dürfte Feyenoord im Parallelspiel gegen Lazio nicht gewinnen, in diesem Fall würde die Ilzer-Elf in die Conference League umsteigen. Die K.-o.-Phase der Europa League ist aber nicht nur sportlich, sondern auch finanziell deutlich attraktiver. Für den Gruppensieg schüttet der Kontinentalverband insgesamt 2,3 Millionen Euro aus, die Qualifikation als Gruppenzweiter ist immerhin etwas mehr als eine Million Euro wert. Schon jetzt haben die Grazer gut 1,7 Mio. Euro allein an Punkteprämien eingespielt.
In der Conference League hofft indes die ausgeschiedene Austria heute (21 Uhr, live Sky, ORF 1) gegen Beer-Sheva auf einen versöhnlichen Abschluss. (t.w., APA)