Lesung in Schwaz

Schwazer Stadtschreiberin Barbara Zeman gibt Einblicke

Barbara Zeman versteht es, mit ihren Erzählungen zu begeistern. Sie ist die 34. Stadtschreiberin der Silberstadt Schwaz.
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Von Angela Dähling

Schwaz – Ob sie sich vor den Krampussen in Tirol fürchten oder mit ihnen um die Häuser ziehen soll, weiß Barbara Zeman noch nicht genau. Fest steht, dass die Wienerin vor dem Rampenlicht, in das sie sich mit ihrem Debütroman „Immerjahn“ katapultiert hat, am liebsten Reißaus nehmen würde. „Da fühle ich mich wie die fünfjährige schüchterne Barbara, die sich unterm Tisch verstecken will“, erklärte die Autorin erfrischend offen und mit zarter Stimme, als sich gestern im Fuggersaal des Schwazer Rathauses alle Augen auf sie richteten. Denn Barbara Zeman ist die neue und 34. Stadtschreiberin der Silberstadt. Und dazu eine, die bleiben oder zumindest wiederkommen will. Der Schwazer Silberwald, den sie bei mittäglichen Spaziergängen erforscht, hat es ihr angetan. Auch dass das Franziskanerkloster für acht Wochen ihre Bleibe ist, fasziniert die Blondine, die von der Fachwelt für ihren Wortschatz und ihre Erzählgabe in höchsten Tönen gelobt wird.

Mehrere Literaturpreise hat die gebürtige Eisenstädterin, die u. a. für Die Presse und den Falter schrieb, bereits erhalten. Mit Auszügen aus „Immerjahn“ sowie ihrem im Katalog des Kunsthistorischen Museums erschienenen Text „Das Mädchen“ über das Sterbehaus von Beethoven setzte sie sich bei der Jury in Schwaz heuer gegen rund 120 Mitbewerber durch. Das Timing für das Stipendium der Silberstadt sei perfekt, sagt Zeman. Fern von Terminen in Wien könne sie sich hier voll auf das Schreiben ihres neuen Romans konzentrieren.

Einen Einblick in das neue Werk gab sie bei der heurigen Verleihung des Ingeborg-Bachmann-Preises, wo sie auf Einladung von Brigitte Schwens-Harrant daraus vorlas. „Es ist eine Liebesgeschichte und wird aus Sicht einer Frau, die eine psychische Krankheit hat, erzählt“, verrät die Autorin, die es versteht, genau zu beobachten. „Das liegt vielleicht daran, dass mir als Dreijährige mein gut sehendes Auge abgeklebt wurde, um das schlechtere zu trainieren. Wenn man aus dieser Finsternis heraus dann drei Jahre später mit beiden Augen sieht, fühlt man eine super Power“, sagt die 41-Jährige lachend. Wer sich selbst ein Bild von der sympathischen und bodenständigen Stadtschreiberin und ihrer Literatur machen will, kann dies bei ihrer Lesung im Museum der Völker am 15. Dezember um 19.30 Uhr tun.

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