Ärzte fordern mehr Aufklärung

Nur 60 Prozent: Viel zu wenige Österreicher:innen gegen HPV geimpft

Ab 18 Jahren mussten die hohen Kosten für die Impfung bisher selbst übernommen werden.
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Die Ausweitung der kostenlosen HPV-Impfung wird als wichtige Maßnahme zur Senkung vieler Krebserkrankungen begrüßt.

Innsbruck – Die Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV), die für zahlreiche Krebserkrankungen verantwortlich sind, soll künftig bis zum vollendeten 21. Lebensjahr kostenlos sein. Darauf haben sich Bund, Länder und Sozialversicherung nun geeinigt. Bisher war sie vom neunten bis zum zwölften Lebensjahr kostenlos und bis zum vollendeten 18. Lebensjahr zum Selbstkostenpreis erhältlich. Ab 18 mussten die sehr hohen Kosten – insgesamt bis zu 620 Euro – selbst bezahlt werden. Krebshilfe-Präsident Paul Sevelda spricht von einer „wichtigen gesundheitspolitischen, verantwortungsbewussten und gerechten Maßnahme“.

Auch der Leiter der Innsbrucker Universitätsklinik für Geburtshilfe und Gynäkologie, Christian Marth, begrüßt die Ausweitung, er ist ein vehementer Befürworter der Impfung, da sie das Erkrankungsrisiko entscheidend senken könne. „Zahlen aus Skandinavien und England belegen, dass sich bei 90 Prozent, die sich impfen ließen, eine bösartige Erkrankung verhindern ließ.“ Laut Schätzungen seien in Österreich aber nur 60 Prozent der Zielgruppe geimpft, „das ist viel zu wenig“. Marth: „Wir leben in einem Land, in dem es viele Impfskeptiker gibt.“ Es brauche Aufklärung, vor allem an den Schulen.

Krebsverursachende HPV-Viren sind für über 70 Prozent aller bösartigen Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich, die Impfung hilft aber auch gegen Anal- und Peniskrebs und Krebs im Mund- und Rachenraum. Sie ist laut Marth auch eine der wichtigsten Säulen, diese Art von Tumoren überhaupt wegzubekommen, das sei das Ziel. „Sie ist harmlos, weit über 100 Millionen Menschen sind geimpft. Es gibt viele Vorteile, aber keine Nachteile.“ (ms)

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