Inflation dämpft Kauflaune

Christkind gibt in Österreich heuer rund 1,8 Milliarden Euro aus

Die Christkindlmärkte dürfen sich heuer erstmals wieder über uneingeschränkte Geschäfte freuen.
© Rita Falk/TT

Weihnachtszeit ohne Einschränkungen beschert Christkindlmärkten und Handel klingende Kassen. Allerdings dämpft die Inflation die Kauflaune.

Wien – Das Christkind dürfte die Kassen heuer wieder etwas lauter klingeln lassen als in den vergangenen beiden Jahren. Im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit bleibt die Konsumlaune zu Weihnachten allerdings weiterhin verhalten, zeigt eine Prognose des Standortberaters RegioPlan.

Insgesamt erwartet RegioPlan Ausgaben von rund 1,8 Mrd. Euro der Österreicherinnen und Österreicher rund um Weihnachten. Das ist zwar ein nomineller Anstieg von 3 Prozent im Vergleich zu den beiden Vorjahren, als rund 1,75 Mrd. ausgegeben wurden, angesichts der hohen Inflationsrate allerdings „ein wertmäßiger Verlust“, schreibt der Standortberater in einer Aussendung. Noch im Jahr 2019 wanderten zur Weihnachtszeit rund 2,1 Mrd. Euro in die Kassen.

Zu den Gewinnern gehören heuer vor allem die Christkindlmärkte, die in den vergangenen beiden Jahren wegen Corona-Lockdowns nur sehr eingeschränkt geöffnet hatten. Rund 90 Mio. Euro dürften bei den heimischen Weihnachtsmärkten heuer ausgegeben werden. Allerdings werde sich auch dort ein verändertes Konsumverhalten widerspiegeln, erwarten die Experten. So gebe es heuer bei den Weihnachtsmärkten weniger Verkaufsstände, stattdessen werde stärker auf Unterhaltung wie Lesungen, Livemusik und das Kinderprogramm gesetzt.

Mehr zum Thema:

undefined

Vorfreude aufs Feiern wie früher

Tiroler Weihnachtsmärkte öffnen: Endlich wieder Advent wie früher

undefined

Plus

Christkindlmärkte in Innsbruck heuer im Energiesparmodus

undefined

Bilder der Eröffnung

Advent wie damals: Christkindlmärkte in Innsbruck offiziell eröffnet

Auch der stationäre Handel kann sich zu den Gewinnern zählen. „Die Menschen können wieder einkaufen gehen, ohne große Einschränkungen zu befürchten“, so RegioPlan. Rund die Hälfte der weihnachtlichen Ausgaben (49 Prozent) wird im stationären Handel gemacht. Insgesamt erwartet RegioPlan Umsätze im Handel von rund 890 Mio. Euro. Während die „kaufkraftschwache Bevölkerungsschicht“ sich eher zurückhaltender bei den Weihnachtsausgaben zeige, würden „die kaufkräftigeren Personengruppen heuer eher zu Mehrausgaben neigen“.

Für den Onlinehandel prognostiziert der Standortberater leichte Rückgänge, die dem stationären Handel zugutekommen werden. Das Christkind kommt aber dennoch gerne mit der Post. Insgesamt werden die Österreicher rund 530 Mio. Euro im Onlinehandel ausgeben, sein Anteil am Gesamtumsatz liegt damit bei rund 30 Prozent.

Hoch im Kurs stehen weiterhin Gutscheine und Bargeldgeschenke. Sie dürften heuer einen Gesamtwert von rund 230 Mio. Euro erreichen, 70 Mio. Euro werden in der Gastronomie ausgegeben.

RegioPlan ortet einen Trend zu nachhaltigen und regionalen Produkten. Zudem werde heuer bei den Weihnachtsgeschenken Genuss großgeschrieben. Unter dem Weihnachtsbaum werden demnach nicht selten Reise- und Restaurantgutscheine liegen. (ecke)

Verwandte Themen