Nach schweren Raketenangriffen

Hälfte der Haushalte in Kiew noch ohne Strom

Am Mittwoch war nach massiven russischen Raketenangriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur landesweit die Stromversorgung ausgefallen.
© YURIY DYACHYSHYN

Ein Drittel der Haushalte ist bereits wieder beheizt, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Der britische Außenminister James Cleverly traf am Freitagvormittag Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Kiew – Zwei Tage nach den schweren russischen Raketenangriffen auf die ukrainische Strom- und Wasserversorgung hatte die Hälfte der Verbraucher in der Hauptstadt Kiew nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko am Freitagmorgen noch keinen Strom. Ein Drittel der Kiewer Häuser sei aber bereits wieder beheizt, teilte Klitschko im Nachrichtenkanal Telegram mit. Der britische Außenminister James Cleverly traf am Freitagvormittag Präsident Wolodymyr Selenskyj in Kiew.

Nach Angaben der Militärverwaltung der Hauptstadt war die Wasserversorgung in Kiew inzwischen vollständig wiederhergestellt. Bei einigen Verbrauchern könne es noch zu niedrigem Wasserdruck kommen, hieß es. Die Wärmeversorgung in der Stadt werde ebenfalls wiederhergestellt. Notfallteams seien im Reparatureinsatz. Sobald sich das Stromnetz stabilisiert habe, werde auch das Mobilfunknetz in allen Bezirken Kiews wieder funktionieren.

Am Mittwoch war nach massiven russischen Raketenangriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur landesweit die Stromversorgung ausgefallen. Techniker reparierten rund um die Uhr zerstörte Netze. Am Donnerstagabend konnte nach Angaben des Netzbetreibers Ukrenerho die Hälfte des Strombedarfs wieder gedeckt werden. Die meisten Wärme- und Wasserkraftwerke produzierten wieder Strom. Russland führt seit neun Monaten einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland und greift seit mehreren Wochen gezielt die Energieinfrastruktur an.

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Bei einem Besuch in Kiew hat der britische Außenminister James Cleverly der Ukraine Rettungswagen und weitere praktische Unterstützung versprochen. „Während der Winter hereinbricht, versucht Russland, die ukrainische Entschlossenheit durch brutale Angriffe auf Zivilisten, Krankenhäuser und Energieinfrastruktur zu brechen", sagte der konservative Politiker am Freitag in Kiew der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge. „Russland wird scheitern."

Cleverly traf in Kiew den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Von der Begegnung teilte er im Anschluss ein Foto auf Twitter. „Großbritannien unterstützt Sie mit Taten - nicht nur Worten", schrieb er dazu an den Präsidenten gerichtet. Konkret versprach der Minister 24 Rettungswagen sowie sechs gepanzerte Fahrzeuge. Außerdem will London den Aufbau von zerstörten Schulen und Schutzräumen sowie andere Programme mit drei Millionen Pfund (rund 3,5 Mio. Euro) unterstützen.

Beschuss in der Region Donezk

Auch in der Nacht auf Freitag meldete die Ukraine wieder Schäden durch russischen Beschuss in der Region Donezk. Dabei seien laut der regionalen Militärverwaltung keine Menschen ums Leben gekommen. Die Versorgungslage bei Strom, Wasser und Heizung sei jedoch problematisch, berichtete die Nachrichtenagentur Ukrinform. In der Nacht sowie am Freitagmorgen wurde auch Kupiansk sowie der grenznahe Ort Woltschansk in der Region Charkiw von russischer Artillerie beschossen, berichtete Ukrinform weiter.

Aus der Region Cherson wurde Freitagvormittag anhaltender, „willkürlicher" Beschuss durch Artillerie und Raketen gemeldet. Und auch in der Region Saporischschja gab es vereinzelt Raketenbeschuss, wie Ukrinform berichtet. (APA/dpa)

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