WM 2022 I Deutschland ausgeschieden

WM-Desaster in Katar: DFB-Team blamiert sich, Flick will Bundestrainer bleiben

Ilkay Gündogan, Thomas Müller und Nico Schlotterbeck (v.l.) waren nach dem deutschen WM-Aus bedient.
© IMAGO/Matthias Koch

Das war es schon für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Katar. Das 4:2 gegen Costa Rica ist zu wenig, Spanien hilft nicht mit. Wie 2018 reist das DFB-Team nach der Vorrunde heim.

Doha - Das WM-Debakel setzte Hansi Flick sichtlich zu. Mit ruhiger Stimme versuchte der deutsche Bundestrainer, die "riesengroße" Enttäuschung von Al-Chaur zu überspielen. Während Thomas Müller im TV emotional schon von Abschied sprach, will Flick bleiben. "Von meiner Seite schon, mir macht es Spaß. Wir haben eine gute Mannschaft, gute Spieler, die nachkommen. Von daher liegt es nicht an mir", sagte der Bundestrainer in der ARD. Vier Jahre nach dem historischen Vorrunden-Aus bei der WM 2018 liegt der deutsche Fußball aber schon wieder am Boden.

Das dürftige 4:2 (1:0) im letzten Gruppenspiel gegen das limitierte Costa Rica nach späten Joker-Toren von Kai Havertz (73./85. Minute) und Niclas Füllkrug (89.) reichte am Donnerstag im Al-Bait Stadion nicht für den Einzug in die K.o.-Runde. Japans überraschender 2:1-Sieg gegen Spanien riss die DFB-Auswahl aus allen Achtelfinal-Hoffnungen.

⚽️ Mehr zum Thema

undefined

WM 2022 | Gruppe E

Deutschland muss trotz 4:2-Sieg die Koffer packen, Japan und Spanien weiter

undefined

WM 2022 | Gruppe F

Belgien scheitert in der Gruppenphase, Marokko und Kroatien im Achtelfinale

"Falls das mein letztes Spiel für Deutschland gewesen sein sollte, dann möchte ich ein paar Worte an alle deutschen Fußball-Fans, die mich in allen Jahren begleitet haben, richten", sagte Müller nach seinem 121. Länderspiel. "Es war ein enormer Genuss. Liebe Leute, vielen Dank. Wir haben unglaubliche Momente miteinander gehabt." Alles Weitere müsse er "erst mal sehen".

🎥 VIDEO I Thomas Müller spricht von DFB-Abschied

Während der Pressekonferenz sagte Flick, er wolle das WM-Debakel "sehr, sehr schnell" aufarbeiten. "Ich bin immer einer, der sehr kritisch ist, und das wird auch in die Analyse mit einfließen." Aus der Kabine berichtete der Bundestrainer, auch dort sei die Enttäuschung "riesengroß" gewesen.

Bierhoff schließt persönliche Konsequenzen aus

Nach einer erneut missratenen Vorrunde fliegen die mit Titelträumen angereisten deutschen Spieler entzaubert zurück nach Deutschland, wo auf den DFB, Flick und Nationalmannschafts-Direktor Oliver Bierhoff unruhige Adventstage mit kritischen Fragen nach der Zukunft warten. Bierhoff wollte keine persönlichen Konsequenzen ziehen. "Das schließe ich gerade aus", sagte der 54-Jährige. Er verwies auf seine 18 Jahre Arbeit für den DFB und mahnte, seine gesamte Bilanz zu betrachten. "Ich habe ein sehr gutes Gefühl für mich."

Es ist ein bissl ein Ohnmachtsgefühl. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Das ganze Unglück ist mit dem Ergebnis gegen Japan passiert.
Thomas Müller

"Es ist ein bissl ein Ohnmachtsgefühl. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Das ganze Unglück ist mit dem Ergebnis gegen Japan passiert", sagte Müller mit Blick auf die 1:2-Auftaktpleite. "Wir müssen uns an unsere eigene Nase packen. Das Spiel gegen Japan hat alles kaputt gemacht", urteilte auch Doppel-Torschütze Havertz.

Fast eine Randnotiz im deutschen Frust blieb der Auftritt von Schiedsrichterin Stéphanie Frappart. Die 38 Jahre alte Französin leitete als erste Frau in der Historie ein Spiel der Fußball-WM der Männer und hatte das Geschehen gut im Griff. (dpa)

Verwandte Themen