Alice Schwarzer im Interview

Von Ukraine-Krieg bis Kopftuch: Die Vorreiterin des Feminismus zieht Bilanz

Kämpferische Ikone des Feminismus: Seit den 1970er-Jahren setzt sich Alice Schwarzer als Autorin, Journalistin und Gründerin des Frauenmagazins Emma für Frauenrechte ein und scheut dabei keinen Konflikt.
© Bettina Flitner

Alice Schwarzer bezieht zum 80. Geburtstag in einem sehr persönlichen schriftlichen Interview Stellung. Heiße Themen couragiert anzugehen bleibt ihr Credo.

Frau Schwarzer, Sie sind gerade 80 Jahre alt geworden und kein bisschen leise. Im April initiierten Sie einen offenen Brief an den deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz, in dem Sie und weitere Prominente einen Stopp der Lieferungen von schweren Waffen an die Ukraine forderten. Daraufhin gab es heftigen Gegenwind. Würden Sie das wieder machen?

Alice Schwarzer: Mehr denn je. Angesichts der Hunderten von Toten jeden Tag und der verbrannten Erde in der Ukraine. Irgendwann muss der Krieg ja enden, und das geht nur mit Verhandlungen, besser heute als morgen. Mein Brief ist inzwischen auf change.org von 500.000 Menschen unterzeichnet worden! Und die deutsche Bevölkerung ist in dieser Frage gespalten: Die Hälfte ist für noch mehr Waffen – die andere Hälfte für Verhandlungen jetzt!

Da hieß es auch, die Schwarzer sei eine „Putin-Versteherin“. Was sagen Sie dazu?

Schwarzer: Ich kann nur hoffen, dass auch unsere Politikerinnen und Politiker „Putin-Versteher“ sind. Denn schließlich hat Putin diesen schrecklichen Krieg begonnen – und wir müssen verstehen, warum. Sonst wird die Gefahr immer größer werden.

Im Iran wird aktuell ein erbitterter Kampf für mehr Frauenrechte geführt. Sie fordern aktuell „Legt euer Kopftuch ab!“. An wen richtet sich dieser Appell?

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