Neue Strategie präsentiert

Marke Swarovski soll in neuem Glanz erstrahlen, Produktion soll in Wattens bleiben

Swarovski-CEO Alexis Nasard.
© APA/ROLAND SCHLAGER

Swarovski will sich als Marke für leistbaren Luxus positionieren. Produktion soll in Wattens bleiben, derzeit sei kein weiterer Jobabbau geplant.

Wattens – Die Marke Swarovski soll in neuem Glanz erstrahlen. Das kündigte Alexis Nasard, seit Juli neuer CEO, bei einer Pressekonferenz in Wien an. Der Konzern will sich stärker als Luxusmarke für jedermann positionieren.

Bereits vor der Corona-Pandemie drohte der Glanz des Tiroler Kristallkonzerns zu ermatten. Umsatzziele wurden nicht erreicht. Während der Pandemie brach der Umsatz der Kristallsparte schließlich von 2,7 Mrd. Euro im Jahr 2019 auf unter 2 Mrd. Euro ein. Ex-Swarovski-Chef Robert Buchbauer wollte mit einem massiven Spar-Programm samt Jobkahlschlag im Stammwerk in Wattens und neuer Ausrichtung entgegenwirken. Nasard sieht nun erste Anzeichen für eine Trendumkehr. Das heurige Jahr werde der Konzern mit einem Wachstum von 10 Prozent abschließen, das sei das größte Plus seit 2015. Damit liege der Umsatz heuer bei rund 1,9 Mrd. Euro, bestätigte Nasard. Das operative Ergebnis (EBIT) habe im Jahresvergleich aber um 70 Prozent zugelegt. Im kommenden Jahr wolle man in die Gewinnzone zurückkehren.

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Dazu beitragen soll eine neue Unternehmensstrategie. Ansetzen soll diese vor allem bei der Wettbewerbsfähigkeit und der Professionalität im Konzern. Eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit erwarte man sich von der Ausrichtung als Luxusmarke mit großer Reichweite. Swarovski solle für leistbaren Luxus stehen. „Swarovski muss den Menschen als Erstes in den Sinn kommen, wenn man über Luxus spricht“, so Nasard. Dafür wolle man noch stärker auf Kooperationen mit Luxusmarken setzen. In der Vergangenheit arbeitete man bereits mit bekannten Marken wie Dior, Chanel oder Cartier zusammen.

Auch die Zusammenarbeit mit Supermodels wie der US-Amerikanerin Bella Hadid zahle sich aus. Die USA seien der größte Absatzmarkt für Luxus-Artikel und seit heuer auch der wichtigste Absatzmarkt für Swarovski mit einem Anteil von mehr als 20 Prozent am Gesamtumsatz. Sichtlich erfreut erzählte Nasard, dass die ehemalige First Lady Michelle Obama am Dienstag in der Jimmy Kimmel Show Swarovski-Ohrringe getragen hat.

Keine Freude bereitet Nasard der Einbruch des chinesischen Marktes. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Umsätze in China um 28 Prozent geschrumpft.

Wattens soll als Produktionsstandort bestehen bleiben

Nasard ist der erste Chef, der nicht aus der Swarovski-Gründerfamilie kommt. Diese Professionalisierung der Unternehmensführung sei im Interesse aller Beteiligten, so Nasard, der deshalb auch davon ausgeht, den Rückhalt der gesamten Familie zu haben.

Swarovski war in den vergangenen Jahren wegen familieninterner Streitigkeiten und dem Stellenabbau in Wattens in den Schlagzeilen. Eine vor zwei Jahren von Ex-CEO Buchbauer durchgeboxte Strukturreform wurde von einem Schiedsgericht als rechtswidrig eingestuft und muss laut dem Familienzweig um Manfred und Christoph Swarovski rückabgewickelt werden.

Swarovski beschäftigt weltweit rund 18.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in Wattens sind es nach dem Abbau von 1800 Jobs rund 3000. Es gebe momentan keine Pläne, den Personalstand weiter zu verringern, ausgeschlossen sei es aber nicht, so Nasard.

Wattens soll als Produktionsstandort bestehen bleiben, bekräftigte der 56-Jährige. „Wir können mit Stolz sagen, dass unsere Produkte in Österreich hergestellt werden, und das soll auch so bleiben.“ Dass die Luxus-Marke aus Österreich komme, sei ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal von Swarovski. (ecke)

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