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„Avatar: The Way of Water“ neu im Kino: Das blaue Wunder kehrt zurück

© 20th Century Studios

In „Avatar: The Way of Water“ erzählt James Cameron mit beeindruckenden Schauwerten erneut an der Magie der von ihm kreierten Welt vorbei.

Innsbruck – „08/15“ war ein deutsches Maschinengewehr im Ersten Weltkrieg, weit entfernt von der „Avatar“-Welt im 22. Jahrhundert auf dem Planeten Pandora. Und als Regisseur James Cameron 2009 „Avatar“ herausbrachte, war der Film alles andere als 08/15. Modernste Unterwasser-Motion-Capturing-Animationen der Figuren, beeindruckend inszenierte 3D-Bewegungen und insgesamt eine visuelle Filmerfahrung, die ihresgleichen suchte.

Nun wagt Cameron nach ungewöhnlich langem Produktionsprozess mit „Avatar: The Way of Water“ die Fortsetzung. Und auch diesmal versucht er – nun in den Disney-Konzern überführt – alles andere als einen 08/15-Film vorzulegen. Doch wie so oft, wenn die Erwartungshaltung groß und die Marketing-Geschütze noch größer sind, ist Skepsis angebracht.

🎬 Trailer | Avatar: The Way of Water

Wieder befinden wir uns auf Pandora, etwa 10 Jahre nach dem Sieg der Eingeborenen Na’vi gegen die Menschen-Kolonialisten. Im Dschungel-Paradies haben Jake Sully (Sam Worthington) und seine Na’vi-Frau Naytiri (Zoe Saldaña) mittlerweile drei leibliche Kinder und eine Adoptiv-Tochter. Auch der mit einigen Menschen-Wissenschaftern auf Pandora verbliebene Teenager Miles „Spider“ (Jack Champion) gehört zur Familie.

Als sich die Rückkehr der Menschen auf Na’vi militärisch ankündigt, macht Jake klar, dass er um seine Kern-Familie kämpfen will. Seine Frau zögert. Sie hat eine umfassendere Vorstellung von Zusammengehörigkeit. Das ehemals menschliche Oberhaupt setzt sich durch. Die Familie flieht aus dem Dschungel in die Insel-Welt der Metkayina. Türkis statt blau, führen sie die Sullys in den „Way of Water“ des Filmtitels ein: schwimmen und tauchen statt rennen und fliegen.

© 20th Century Studios

Dieser Ortswechsel lohnt sich für den Film auch visuell, wird damit doch eine extrem beeindruckende Unterwasser-Welt auf die Leinwand geholt, die sich auf neue Weise in den Dienst der dreidimensionalen Schaulust stellt. Cameron beeindruckt mit immersiven Szenen, die sich kurzzeitig mit überwältigender Eleganz über die Geschichte erheben und eine epische Variante von „Findet Nemo“ liefern – allerdings ohne den Schmäh des Pixar-Films.

Leider ist erneut alle Kreativität in die Erschaffung dieser Welt geflossen; für Geschichte, Figuren und Dialoge war nicht mehr übrig als die sprichwörtlichen 08/15-Modelle. Statt des simplen, aber glaubwürdigen Pocahontas-Plots des Vorgängers ist nun die Flucht vor und Rache des Soldaten-Bösewichts (Stephen Lang) die treibende Kraft des Films mit stolzen 193 Minuten Laufzeit. Der wirkt wie ein Wiedergänger von Kapitän Ahab. Und irgendwann taucht tatsächlich auch Moby Dick auf.

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Auf Seiten der Guten ist Vater Jake, dessen Wandlung Teil eins erzählte, nun die patriarchale Leitfigur. Seine Lebensweisheiten klingen wie aus den 50er-Jahren, wenn er seine Familie als Festung bezeichnet und gleich zweimal proklamiert: „Ein Vater beschützt, das ist es, was ihm Bedeutung gibt.“ Für einen früheren Elite-Soldaten ein eigentlich interessanter Konflikt. Doch stattdessen müssen sich seine Söhne in einem Finale, das irgendwie an „Titanic“ erinnert und Vorgeplänkel für die angekündigten weiteren drei „Avatar“-Filme sein dürfte, selbst als Kämpfer bewähren.

Auch „Avatar: The Way of Water“ ist also eine beeindruckende Kinoerfahrung mit einer 08/15-Geschichte, der Unterwasser bald die Luft ausgeht. (maw)

AVATAR - THE WAY OF WATER

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