🕯️ Teil 21

Die gute Geschichte: Nach Flucht aus Syrien endlich angekommen

Als 21-Jähriger kam Ahmed nach Österreich und lebte eine Zeit lang im Aufnahmezentrum Traiskirchen. (Symbolfoto)
© APA

Als Zwölfjähriger floh Ahmed vor dem Krieg aus Syrien. Jetzt lebt er im Innsbrucker Umland, hat eine Anstellung in einem Hotel und ein neues Zuhause gefunden.

Innsbruck – Ahmed, der eigentlich anders heißt, aber anonym bleiben möchte, wurde in einem syrischen Dorf geboren. Dort lebte er mit seinen Eltern und Geschwistern, als 2011 der Krieg ausbrach. Damals war Ahmed zwölf Jahre alt. Ohne seine Familie floh er in den Libanon, wo er eine Ausbildung zum Koch abschloss. Doch auch hier konnte er nicht bleiben und so durchquerte der junge Mann zu Fuß und wieder alleine die Türkei, Bulgarien und Rumänien. In Ungarn schließlich bot ihm jemand an, ihn mit dem Auto nach Österreich zu bringen. Er stimmte zu und bezahlte die Fahrt mit seinen gesamten Ersparnissen.

Auf diese Weise kam er mit 21 Jahren nach Österreich, wo er zuerst eine Zeit lang in Traiskirchen untergebracht war und schließlich im Flüchtlingsheim in Fulpmes eine Bleibe fand. „Die Menschen hier in Österreich sind wirklich immer gut zu mir gewesen“, sagt Ahmed. Deshalb wollte er hier bleiben und begann einen Deutschkurs. Doch das Erlernen der neuen Schrift und der neuen Sprache fiel ihm sehr schwer. Über die Freiwilligenkoordinatorin der Caritas gelang es, jemanden zu finden, der Ahmed beim Deutschlernen unterstützt. Eine pensionierte Deutschlehrerin aus Fulpmes übt nun seit einem halben Jahr Deutsch mit Ahmed. Sie treffen sich einmal in der Woche, um Lesen, Schreiben und Sprechen zu trainieren.

Als Ahmed Anfang Juli den positiven Asylbescheid bekam, waren Freude und Stolz riesengroß. Der nächste Schritt war ein Job in einem Hotel in der Nähe von Innsbruck.

Seine Arbeitgeber unterstützten ihn, stellten auch eine kleine Wohnung zur Verfügung. Ahmeds Lehrerin, auch sie möchte ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen, freut sich über die Entwicklungen und hilft ihrem Schützling weiter beim Deutschlernen. Sie sagt: „Ich bin jeden Tag dankbar, dass ich mit meiner Familie zusammenleben darf und ein feines Zuhause habe. Deshalb ist es mir ein Anliegen, einem jungen Menschen, der die meiste Zeit seines bisherigen Lebens auf der Flucht verbracht hat, zu helfen, Fuß zu fassen und in Frieden und Würde zu leben.“ (TT)

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