Fotoserie „Nowhere Near“

Fluchtbilder einer ganz anderen Art gewannen Innsbrucker Fotografie-Preis

Bilder von aus Afrika nach Europa Geflüchteten zeigt Alisa Martynova bis 26. Jänner im „Reich für die Insel“ am Rennweg in Innsbruck.
© Martynova

Im „Reich für die Insel“ zeigt Alisa Martynova, Gewinnerin des „Innsbrucker Preises für Dokumentarfotografie 2022“, ihren Zyklus „Nowhere Near“.

Innsbruck – Der mit 3500 Euro dotierte, von der Stadt Innsbruck gestiftete und der Straßenzeitung 20er initiierte und organisierte „Korridor – Innsbrucker Preis für Dokumentarfotografie“ geht an Alisa Martynova für ihre Fotoserie „Nowhere Near“. Es sind Bilder von aus Afrika nach Europa Geflüchteten, die die 28-jährige in Italien lebende Russin hier porträtiert. Allerdings nicht wie gewohnt als bemitleidenswerte Opfer, sondern in ihrem ganzen Stolz.

Geht es in den Bildern von Martynova – die im vergangenen Jahr übrigens den World-Press-Photo-Wettbewerb in der Kategorie „Porträt“ gewonnen hat – doch um den Respekt vor dem/der anderen, um das Behaupten von Identität trotz eines Lebens auf der Flucht. Zelebriert in schönen Bildern, ohne mit der Ästhetik des Grauens zu kokettieren. Lässt Martynova die Menschen, die sie porträtiert, doch ganz sie selbst sein. Als Ausdruck ihrer Kultur tragen sie meist die authentischen Gewänder ihrer Herkunftsländer, die Settings, in denen sie sich selbst inszenieren, sind nicht trostlose Flüchtlingslager, sondern so symbolbesetzte Orte wie Wälder, Felsen und Meeresufer.

Es sind Bilder von Menschen, die ganz bei sich, in sich sind, erfüllt von Visionen, Träumen, aber auch Ängsten und Verletzungen. Farben spielen in diesen sehr speziellen Porträts eine zentrale Rolle, das Spiel mit Licht und Schatten, aufgeblasen zum Großformat im „Schaufenster“ der „Insel“ als Metapher für Flucht zur Struktur sich kräuselnden Wassers am Meeresufer.

Fast 200 ProfifotografInnen haben sich an dem von einer hochkarätig besetzten Jury entschiedenen Wettbewerb beteiligt. Ginge es nach der u. a. für Integration zuständigen Innsbrucker Stadträtin Elli Mayr (SPÖ), sollte der Preis keine einmalige Angelegenheit sein.

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