Monika Willi mit Chancen

Innsbruckerin im Oscar-Rennen, „Corsage“ mit Teichtmeister nicht nominiert

Die gebürtige Innsbruckerin Monika Willi wurde für den Schnitt von „Tár“ nominiert. Der Film hat in insgesamt sechs Kategorien Chancen auf eine Auszeichnung.
© imago, APA/AFP

Am 12. März werden in Los Angeles zum 95. Mal die Academy Awards verliehen. Auch eine gebürtige Tirolerin kann sich Hoffnungen auf einen Oscar machen. Mit elf Nominierungen ist „Everything Everywhere All at Once“ der große Favorit. Auch „Im Westen nichts Neues“ hat gleich mehrere Chancen.

Los Angeles – Die Nominierten für die 95. Oscars stehen fest – und dazu gehört in diesem Jahr auch eine Innsbruckerin: Monika Willi wurde für den Filmschnitt von „Tár“ nominiert. Der Film von Regisseur Todd Field – mit Cate Blanchett in der Hauptrolle – kann sich in insgesamt sechs Kategorien Hoffnung auf einen Academy Award machen. Die Schwester von Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi zählt zu Österreichs renommiertesten Editorinnen

„Tár“ ist nach Michael Hanekes „Funny Games U.S.“ (2007) die zweite US-Produktion der 54-Jährigen. Auch Hanekes 2013 mit dem Auslands-Oscar prämierter Film „Liebe“ wurde von ihr geschnitten. Auch mit den Filmemachern Michael Glawogger und Ulrich Seidl zusammengearbeitet. Die bislang einzigen Tiroler Oscarnominierten waren Dokumentarfilmer Hubert Sauper für „Darwins Nightmare“ (2006) und Kameramann Christian Berger für „Das weiße Band“ (2010)

Keine Nominierung für „Corsage“

Marie Kreutzers Sisi-Drama „Corsage“ ging dagegen bei den Nominierungen für den Auslandsoscar leer aus. Dem Österreich-Beitrag blieb nach der Debatte um Florian Teichtmeister dieser Erfolg verwehrt. Teichtmeister spielt in „Corsage“ Kaiser Franz Joseph und muss sich Anfang Februar wegen der Darstellung des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger vor Gericht verantworten.

Das Team von „Corsage“ hat sich nach Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen mit einer kurzen Stellungnahme zu Wort gemeldet. Über die Gründe der Entscheidung wolle man nicht spekulieren. Da im Film aber ein Schauspieler mitgewirkt habe, „der wegen des Besitzes von sexuellen Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger zum Leid unzähliger Kinder beigetragen hat“, sei es „nicht mehr vorrangig“, ob der Film für einen Preis nominiert werde oder nicht. Man müsse sich dem Thema Gewalt an Kindern stellen und dieses "noch stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit" bringen.

Dafür arbeite man mit Kinderschutzorganisationen zusammen, so Regisseurin Kreutzer, Johanna Scherz und Alexander Glehr von der Produktionsfirma Film AG. Erst vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, dass „Corsage“ für den britischen Filmpreis BAFTA nominiert ist.

📽️ Video | Bekanntgabe der Nominierten

Die deutsche Netflix-Produktion „Im Westen nichts Neues“, eine Neuverfilmung des gleichnamigen Romans von Erich Maria Remarque bekam insgesamt neun Nominierungen – darunter als bester Film, für das beste adaptierte Drehbuch sowie für die beste Kamera. Ebenfalls auf neun Nennungen brachte es „The Banshees of Inisherin“ von Martin McDonagh, dahinter landete Baz Luhrmanns Musikerbiopic „Elvis“ mit acht Gewinnchancen.

Mit elf Nominierungen ist der Science-Fiction-Film „Everything Everywhere All at Once“ der diesjährige Oscar-Favorit. Das Werk von Dan Kwan und Daniel Scheinert dreht sich um eine Waschsalonbesitzerin (Michelle Yeoh) mit einem chaotischen Alltag, die sich beim Finanzamt wegen ihrer Steuererklärung mit der Steuerprüferin (Jamie Lee Curtis) anlegt. Zudem hat sie Probleme mit ihrer Tochter, und ihr Ehemann (Ke Huy Quan) will sich scheiden lassen. Dabei wird ihr Universum völlig auf den Kopf gestellt, sie wirbelt durch Parallelwelten, in denen auch Action und Kung-Fu-Elemente zum Einsatz kommen.

Gewinnspiel: 5x € 500,- Intersport-Gutschein und 20 x All4Lunch-Set

TT-ePaper 4 Wochen gratis ausprobieren, ohne automatische Verlängerung

Insgesamt werden die Oscars in 23 Kategorien vergeben. Die Gala zur 95. Verleihung am 12. März wird Jimmy Kimmel moderieren. Die Verleihung findet wieder im Dolby Theatre in Hollywood statt. (smo, jole, APA, dpa)

Die Nominierten in den wichtigsten Kategorien

Bester Schauspieler in einer Hauptrolle

  • Austin Butler („Elvis“)
  • Colin Farrell („The Banshees of Inisherin“)
  • Brendan Fraser („The Whale“)
  • Paul Mescal („Aftersun“)
  • Bill Nighy („Living“)

Bester Schauspieler in einer Nebenrolle

  • Brendan Gleeson („The Banshees of Inisherin“)
  • Brian Tyree Henry („Causeway“)
  • Judd Hirsch („The Fabelmans“)
  • Barry Keoghan („The Banshees of Inisherin“)
  • Ke Huy Quan („Everything Everywhere All at Once“)

Beste Schauspielerin in einer Hauptrolle

  • Cate Blanchett („Tár“)
  • Ana de Armas („Blonde“)
  • Andrea Riseborough („To Leslie“)
  • Michelle Williams („The Fabelmans“)
  • Michelle Yeoh („Everything Everywhere All at Once“)

Beste Schauspielerin in einer Nebenrolle

  • Angela Bassett („Black Panther: Wakanda Forever“)
  • Hong Chau („The Whale“)
  • Kerry Condon („The Banshees of Inisherin“)
  • Jamie Lee Curtis („Everything Everywhere All at Once“)
  • Stephanie Hsu („Everything Everywhere All at Once“)

Bester nicht-englischsprachiger Film

  • „Im Westen nichts Neues“ Deutschland
  • „Argentina“, 1985“ Argentinien
  • „Close“ Belgien
  • „EO“ Polen
  • „The Quiet Girl“ Irland

Bester Film

  • „Im Westen nichts Neues“ Malte Grunert, Produzent
  • „Avatar: The Way of Water“ James Cameron and Jon Landau, Produzenten
  • „The Banshees of Inisherin“ Graham Broadbent, Pete Czernin and Martin McDonagh, Produzenten
  • „Elvis“ Baz Luhrmann, Catherine Martin, Gail Berman, Patrick McCormick and Schuyler Weiss, Produzenten
  • „Everything Everywhere All at Once“ Daniel Kwan, Daniel Scheinert and Jonathan Wang, Produzenten
  • „The Fabelmans“ Kristie Macosko Krieger, Steven Spielberg and Tony Kushner, Produzenten
  • „Tár“ Todd Field, Alexandra Milchan and Scott Lambert, Produzenten
  • „Top Gun: Maverick“ Tom Cruise, Christopher McQuarrie, David Ellison and Jerry Bruckheimer, Produzenten
  • „Triangle of Sadness“ Erik Hemmendorff and Philippe Bober, Produzenten
  • „Women Talking“ Dede Gardner, Jeremy Kleiner and Frances McDormand, Produzenten

Bester Regisseur

  • „The Banshees of Inisherin“ Martin McDonagh
  • „Everything Everywhere All at Once“ Daniel Kwan and Daniel Scheinert
  • „The Fabelmans“ Steven Spielberg
  • „Tár“ Todd Field
  • „Triangle of Sadness“ Ruben Östlund

Beste Kamera

  • „Im Westen nichts Neues“ James Friend
  • „Bardo, False Chronicle of a Handful of Truths“ Darius Khondji
  • „Elvis“ Mandy Walker
  • „Empire of Light“ Roger Deakins
  • „Tár“ Florian Hoffmeister

Bester Filmschnitt

  • „The Banshees of Inisherin“ Mikkel E.G. Nielsen
  • „Elvis“ Matt Villa and Jonathan Redmond
  • „Everything Everywhere All at Once“ Paul Rogers
  • „Tár“ Monika Willi
  • „Top Gun: Maverick“

Verwandte Themen