Nach 18 Jahren ist Schluss

Russkaja-Sänger: Band-Aus war „schwerste Entscheidung meines Lebens“

„Es fühlt sich nicht richtig an, den Russenschmäh den Leuten um die Ohren zu schmeißen vor dem Hintergrund einer so schrecklichen Tragödie“, sagt Russkaja-Sänger Georgij Makazaria.
© GEORG HOCHMUTH

Nach 18 Jahren ist Schluss: Die heimische Rockband Russkaja löst sich auf. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine mache es für unmöglich, mit einem Image und Stil weiterzumachen, die sich „auf satirische Art und Weise“ der Sowjet-Thematik und Sprache bedienen, hieß es im Statement. Im Interview erklärt Sänger Georgij Makazaria (48), warum es so kommen musste und wie es weitergehen wird.

Vergangenen Freitag ist das neue Russkaja-Album "Turbo Polka Party" erschienen, am selben Abend haben Sie das Ende der Band verkündet. Wie schwer ist Ihnen dieser Schritt gefallen?

Georgij Makazaria: Man muss da ein bisschen differenzieren. Nicht jeder in der Band empfindet das Gleiche, aber schon so ähnlich. Und es kommt noch ein Aspekt dazu: Die Band ist an diesem Tag 18 Jahre alt geworden. Ich habe sie zusammen mit Bassist Dimitrij Miller gegründet, der vor 20 Jahren aus der Ukraine nach Österreich gekommen ist. Wir haben uns zufällig bei einem Konzert getroffen, sind ins Plaudern gekommen und haben uns gut verstanden. Ich habe ihm von der Idee zu diesem Projekt erzählt, die ich schon zwei, drei Jahre mit mir herum getragen habe. So ist das entstanden. Für uns beide ist es natürlich am schlimmsten. Für mich war das die schwerste Entscheidung in meinem Leben, aber auch die wichtigste und richtige.

Seit der Ukraine-Krieg vor bald einem Jahr begonnen hat, war die Band Ziel von Hasskommentaren im Internet. Wie haben Sie diese Phase erlebt?

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