📺 Filmkritik

„Knock at the Cabin“: Der Weltuntergang in der Waldhütte

Die beiden Väter Eric (Ben Aldridge, l.) und Andrew (Jonathan Groff) und ihre Adoptivtochter werden von Leonard (Dave Bautista) bedroht.
© Universal

M. Night Shyamalans neuester Thriller „Knock at the Cabin“ erscheint wie ein klassisches Pandemie-Projekt. Überraschungen gibt es aber keine.

Innsbruck – Regisseur M. Night Shyamalan ist eine Mystery-Marke. Filme wie „The Sixth Sense“, „Unbreakable“ oder „The Village“ sorgten um die Jahrtausendwende für Furore mit den spektakulären Auflösungen ihrer Rätsel. Auch wenn der 52-Jährige etwa alle zwei Jahre mit einem teils hochkarätig besetzten neuen Film an der Kinokasse punkten kann, nutzt sich sein Rätsel-Rezept mittlerweile doch ab.

Nun klopft er mit „Knock at the Cabin“ an die Kinotüren. Als Verfilmung des Romans „The Cabin at the End of the World“ von Paul Tremblay handelt es sich um ein klassisches Pandemie-Projekt – zumindest legt das reduzierte Setup das nahe.

🎬 Trailer | Knock at the Cabin

Ein kleines Mädchen namens Wen ist mit seinen Eltern in einer Wochenendhütte im Wald, als plötzlich ein großer, aber durchaus netter Mann auf sie zukommt, der sich als Leonard vorstellt. Er hilft der skeptischen Siebenjährigen beim Heuschreckenfangen. Aber er warnt sie auch vor, dass das, was er ihren Eltern gleich sagen wird, nicht schön ist. Zusammen mit seinen drei Begleitern Redmond, Adriane und Sabrina dringt er gegen den Widerstand von Wens Vätern Eric (Ben Aldridge) und Andrew (Jonathan Groff) in die Hütte ein und erklärt ihnen, dass nur ihre Familie die nahende Apokalypse verhindern könne. Und zwar indem die drei einen auswählen, der sich opfert. Katastrophen-Meldungen aus dem Fernseher über Tsunamis oder eine Epidemie scheinen die Bedrohung zu bestätigen. Doch die Familie bleibt skeptisch.

M. Night Shyamalan, der zusammen mit zwei Co-Autoren auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, lüftet diese Prämisse sowie ihre weiteren Details nur scheibchenweise. Gleichzeitig ist dieses konfrontative Setup – das an Filme wie „Funny Games“ erinnert – aber auch nicht wirklich rätselhaft genug. „Knock at the Cabin“ bleibt ein sanfter Psychothriller, der sich auf Seiten der Familie verortet. Diese hält die eigentlich recht zivilisierten Eindringlinge mit ihrer Geschichte für religiöse Fanatiker.

Und so trägt die bedrohliche Mystery-Spannung den Film durchaus eine Weile, steuert schlussendlich doch geradlinig und geradezu gemächlich auf sein Ende zu. Das darf durchaus der wenig spritzigen Regie angelastet werden, die in diesem Film nicht gerade mit überraschenden Einfällen oder interessanten Bildern glänzt. Die sechseinhalb Schauspielenden wirken etwas verloren – höchstens der Ex-Wrestler Dave Bautista (als Leonard) sticht hervor. Er hat sich ins ernste Schauspielfach durchgekämpft. Kurzum: Was als Kurzfilm oder Langfilmdebüt durchaus respektabel wäre, ist für einen Genre-Veteran wie Shyamalan dann doch enttäuschend. Vielleicht gelingt ihm ja in seinem nächsten Film wieder ein Mystery-Coup. Der nächste Streifen trägt immerhin schon einmal den vielversprechenden Arbeitstitel „Labor of Love“.

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