📺 24 Jahre, 4400 Sendungen

Barbara Karlich will ins Guinness Buch der Rekorde

„Die Barbara Karlich Show" hält sich seit über 24 Jahren.
© ORF/Roman Zach-Kiesling

Die Show der Moderatorin hält sich beharrlich im Nachmittagsprogramm des ORF. Die Sendung habe laut Karlich zur Enttabuisierung von Themen wie Transsexualität beigetragen.

Wien – „Eigentlich sollte ich im 'Guinness Buch der Rekorde' stehen", meint Moderatorin Barbara Karlich. Seit bald 24 Jahren und über 4400 Sendungen läuft die „Barbara Karlich Show" im ORF. Keine andere Nachmittagstalkshow hat sich im deutschen Sprachraum länger gehalten. „Ich glaube, das hat viel mit Authentizität zu tun", so Karlich nun zur Wochenzeitung Die Zeit. Man setze auf „echte Menschen, echte Geschichten". Sie selbst würde sich zu jedem Thema in eine Talkshow setzen.

Manche Sendungstitel der „Barbara Karlich Show" eckten im Lauf der Zeit auch an – wie etwa „Lesben! Euch fehlt nur ein richtiger Mann" aus 2002. Heute würde sie das so nicht mehr machen. Aber das Thema sei damals kein Fehler gewesen. „Wir greifen auf, was in der Bevölkerung diskutiert wird, was aufregt. Homosexuelle durften nicht heiraten, keine Kinder adoptieren. Die Gesellschaft war damals eine andere", so Karlich. Sie selbst ortet die größten gesellschaftlichen Veränderungen bei den Bereichen „Body Positivity, Diversität, Work-Life-Balance, LGBTQI". In den Nullerjahren sei das kein Thema gewesen. Mit ihrer Sendung habe man auch Themen enttabuisiert. „Der mit Vorurteilen behafteten Transsexualität haben wir uns schon vor vielen Jahren behutsam gewidmet", sagte Karlich.

Auch in der TV-, Film- und Modewelt habe sich viel getan. Früher sei „ein optisch perfekter, immer junger Frauentypus" gefragt gewesen. Heute sei man „viel breiter" aufgestellt. „Das ist ein feiner Splitter der Emanzipation, und als durchaus emanzipierte Moderatorin sehe ich mich in dieser neuen Medienwelt gut aufgehoben. Heute darf man auch ein paar Kilo mehr haben und wird nicht gleich gedisst", so die Moderatorin. Sie selbst habe gelernt, dass man sein Privatleben auch schützen müsse. „Ich hatte nach meiner Scheidung Beziehungen, von denen die Medien nichts mitbekommen haben. Das war sehr angenehm. Und mein Kind halte ich aus den Medien sowieso total raus." (APA)

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