🌍 Förderung naturnaher Gärten

Initiative „Natur im Garten“: Fast 90 Tiroler Hobby-Gärtner:innen ausgezeichnet

Seit 2016 setzt sich die vom Land Tirol geförderte Initiative „Natur im Garten“ des Tiroler Bildungsforums für die naturnahe Gestaltung von Privatgärten und öffentlichen Grünflächen ein.
© Victoria Hörtnagl

Die Artenvielfalt auf privaten und öffentlichen Grünflächen wird seit 2016 gefördert. Nach den Auszeichnungen am Samstag durch das Land gibt es nun 589 prämierte naturnahe Gärten in Tirol. Kematen ist neue „Natur im Garten“-Gemeinde.

Innsbruck – Seit 2016 setzt sich die vom Land Tirol geförderte Initiative „Natur im Garten“ des Tiroler Bildungsforums für die naturnahe Gestaltung von Privatgärten und öffentlichen Grünflächen ein. Am Samstag erhielten 89 vorbildliche Gartenbesitzer:innen aus allen Tiroler Bezirken die Plakette „Natur im Garten“ im Innsbrucker Landhaus. Als „Natur im Garten“-Gemeinde wurde Kematen in Tirol ausgezeichnet. Damit gibt es insgesamt bereits 589 ausgezeichnete naturnahe Gärten und sieben „Natur im Garten“-Gemeinden in Tirol.

Die Wahl der Pflanzen und deren Pflege ist ausschlaggebend, um die heimische Fauna zu erhalten und für kleinere Tierarten wie Insekten und Vögel einen Lebensraum zu bieten.
René Zumtobel, Naturschutzlandesrat (SPÖ)

„Garten ist nicht gleich Garten“, sagte Naturschutzlandesrat René Zumtobel. „Die Wahl der Pflanzen und deren Pflege ist ausschlaggebend, um die heimische Fauna zu erhalten und für kleinere Tierarten wie Insekten und Vögel einen Lebensraum zu bieten.“ „Natur im Garten“ setzt sich genau dafür ein und bietet Workshops und Beratungen zum Thema naturnahes Gärtnern an. Zielgruppe sind einerseits private Hobby-GärtnerInnen, aber auch Mitarbeiter:innen in Gemeinden.

Verzicht auf chemische Düngemittel, Pestizide und Torf „Ein naturnaher Garten bedeutet nicht Wildwuchs oder mangelnde Pflege – jeder Garten kann optisch ansprechend gestaltet sein“, erklärte Projektleiter Matthias Karadar. „Es freut mich, dass sich immer mehr Tirolerinnen und Tiroler dem naturnahen Gärtnern verschreiben und wir wieder so vielen engagierten Personen die Plaketten überreichen konnten.“ Insbesondere der Verzicht auf chemische Düngemittel, Pestizide und Torf sind Kernkriterium für naturnahes Gärtnern.

Naturnahe Gestaltung von öffentlichen Grünflächen

Auch die naturnahe Gestaltung von öffentlichen Grünflächen ist ein Schwerpunkt der Initiative. Ob Kreisverkehr, Verkehrsinsel oder Dorfplatz – 39 Gemeinden in Tirol haben das Konzept bereits im Gemeinderat beschlossen und mit Kematen wurde nun die siebte Gemeinde ausgezeichnet. „Die Gemeinde errichtet viele kleine Paradiese mit artenreichen Blumenwiesen, heimischen Sträuchern sowie Bäumen. Wir möchten aber auch die Bevölkerung an Bord haben und schaffen mit gezielten Maßnahmen wie dem Kemater Blumenmarkt Anreize dafür, auf Balkonen, Terrassen und in Gärten insektenfreundliche Blumen anzupflanzen“, erklärte der Kemater Bürgermeister Klaus Gritsch.

„Wir sehen, dass das Interesse stetig zunimmt und durften vergangenes Jahr wieder fast 2000 Teilnehmende in Workshops, Beratungen, Fortbildungen für Gemeindebedienstete, aber auch bei unseren Lehrgängen zum Gemüseanbau und zu Neophyten sowie zu unseren Familiennachmittagen in den Gemeinden begrüßen“, zählt Karadar einige der Angebote der Initiative auf. Über 20.000 Quadratmeter Blumenwiesen und damit Lebensraum für Insekten und andere Tierarten konnten alleine von den „Natur im Garten-Gemeinden“ in den letzten Jahren angelegt werden.

„Ob Straße, Wohnsiedlung oder Industriegebiet – unser hoher Lebensstandard hat zur Folge, dass es viele versiegelte Flächen gibt. Umso wichtiger ist es, dass wir in der Natur darauf achten, dass wir die heimische Pflanzen- und Tierwelt schützen und erhalten. Bei Naturschutz denkt man oft an große Naturparke oder andere Schutzgebiete – aber auch aus kleinen Flächen, wie eben im eigenen Garten, können Wohlfühloasen zur Erholung und naturnahe Paradiese für Flora und Fauna werden“, gratuliert LR Zumtobel den ausgezeichneten „grünen Daumen“. (TT.com)

undefined

👍🏼 Tipps vom Gartenexperten

Guter Rat ist günstig: Pflanzen überwintern, und das mit wenig Energie

Verwandte Themen