Herausforderungen, Tabuthemen

Johanna Constantini über Vater Didi: Damit Demenzkranke nicht vergessen werden

Für Johanna Constantini ist die Aussicht auf fundierte Hilfe bei Demenzerkrankungen noch zu gering. Ihr betroffener Vater Didi Constantini lebt gut aufgehoben in einem Pflegeheim.
© Axel Springer

Das zweite Buch von Johanna Constantini soll Menschen mit Demenz und deren Angehörige weiter unterstützen. Die 31-jährige Innsbruckerin schreibt über die Herausforderungen mit ihrem Vater Didi und spricht auch Tabuthemen offen an.

Was hat Sie bewegt, ein zweites Buch über Ihren Vater und dessen fortschreitende Demenzerkrankung zu schreiben?

Johanna Constantini: Die Reaktionen auf das erste Buch von Angehörigen von Menschen mit Demenz sowie Betroffenen selbst und vielen Wegbegleitern meines Papas. Diese spiegeln wider, was ich im beruflichen Alltag als Psychologin merke: Die Thematik beschäftigt viele Menschen. Auch weil es extrem herausfordernd ist, mit jemandem zu leben oder jemanden zu pflegen, der an Demenz erkrankt ist.

Was ist so herausfordernd?

Johanna Constantini: Es gibt zu wenig Angebote, um Betroffene stundenweise begleitet zu wissen, zudem ist es nicht leistbar. Die Angehörigen sind extrem belastet, weil Menschen mit Demenz nach und nach engmaschiger begleitet werden müssen. Unsere Familie hat sich eine Zeit lang abgewechselt, aber es war zu viel. Deswegen haben wir vor zwei Jahren den Schritt gesetzt, Papa im Pflegeheim anzumelden.