Respekt: Ja! Angst: Nein! Salzburger Bullen fordern die Roma
Im Hinspiel der Europa-League-Zwischenrunde will Matthias Jaissle heute (18.45, live Servus TV) Romas Trainer-Legende Mourinho ärgern.
Salzburg – Es ist auf den ersten Blick eigentlich kaum zu glauben, dass die Salzburger Bullen heute (18.45 Uhr, live Servus TV) in der Zwischenrunde der Europa League auch gegen eine Negativserie ankämpfen müssen. Denn dass sich Österreichs Serienmeister in einem Europacup-K.-o.-Spiel durchsetzen konnte, liegt schon ein bisschen zurück: Genauer gesagt knapp fünf Jahre – am 21. Februar 2019 zog man dank eines 4:0-Siegs gegen Brügge ins Achtelfinale der Europa League ein. Zumindest die CL-Quali-Runden gegen Maccabi (2020) und Bröndby (2021) nahm man dann noch, in weiterer Folge gab es ein Aus gegen Frankfurt (2020), Villarreal (2021/beide EL) und im Vorjahr gegen die Bayern in der Königsklasse.
Viel leichter wird es heute nicht werden, wenn sich mit der AS Roma rund um Startrainer José Mourinho wieder einmal ein europäischer Spitzenclub die Ehre in Salzburg gibt. Das Marktwertduell gewinnt der Sechste der Serie A (338,75 Mio. Euro) gegen den Serienmeister Österreichs (223,33 Mio. Euro/Quelle transfermarkt.at). Zentraler Baustein ist der argentinische Angreifer Paulo Dybala, der besonders mit einem Auge für die Mitspieler besticht. Kein Spieler in Europas Top-5-Ligen gab seit Jahresbeginn mehr Assists als der ehemalige Juventus-Stürmer, der beim WM-Triumph der Argentinier auch verletzungsbedingt nur eine Nebenrolle einnahm. Im Elfmeterschießen mutierte Dybala dann aber mit einem durchaus frech verwandelten Versuch in die Mitte zum Hauptdarsteller.
Coach José Mourinho erwartet sich für seine AS Roma jedenfalls keinen Selbstläufer: „Es ist eine gute, gefährliche Mannschaft, die es in der Champions-League-Gruppenphase nicht einfach hatte“, sagte der Portugiese gestern in Salzburg. Der Bundesliga-Serienmeister würde über „viele junge Qualitätsspieler“ verfügen. Respekt entnimmt man auch den Worten von Starspieler Dybala: „Es gibt stärkere Mannschaften als uns, und zuerst müssen wir einmal in den zwei Spielen gegen Salzburg reüssieren.“
Ein gutes Omen: Salzburg hat lediglich eines der vergangenen acht Europacup-Heimspiele verloren, außerdem sind alle Stammspieler bei Salzburg fit. Stürmer Fernando hat nach fünf Monaten Pause wegen einer Oberschenkelverletzung in der Liga mit zwei Toren gegen Austria Lustenau (4:0) ein gelungenes Startelf-Comeback gegeben. „Ich bin froh, dass er wieder zurück ist“, sagte Sturmpartner Noah Okafor.
Doch nicht nur Andreas Ulmer erwartet „einen großen Gegner“. Trainer Matthias Jaissle betonte: „Wir sind Außenseiter. Es ist so, dass wir dieses Druckgefühl nicht haben.“ So oder so: Die Bullen-Arena ist heute mit 29.520 Zuschauern wieder einmal ausverkauft. (t.w.)