Ärgerlichste Produkte des Jahres

Negativpreis „Konsum-Ente 2022“ geht an Rama: Weniger Inhalt, aber teurer

Rama hat die Packung verkleinert – der Preis ist hingegen gleich geblieben.
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Der Verein für Konsumenteninformation hat einmal mehr die ärgerlichsten Lebensmittelprodukte des Jahres veröffentlicht: Auf Platz 1 landete die Margarine Rama, die den Inhalt um 50 Gramm verringert hat, ohne am Preis zu schrauben. Auch anderer Lebensmittel verärgern Konsumenten.

Wien – Der unrühmliche Titel "Konsum-Ente 2022" geht an die Margarinemarke Rama. Weniger Inhalt zu höherem Preis bei äußerlich gleicher Verpackung kam bei den Konsumentinnen und Konsumenten nicht gut an, von denen sich 10.500 an der Abstimmung für den jährlich vergebenen Negativpreis des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) beteiligten.

Auf Platz zwei der "ärgerlichsten Lebensmittelprodukte des Jahres" folgt das Produkt "Garden Gourmet vegane Burger" von Nestlé. Die Packung sei mit sehr viel Luft gefüllt, obwohl das eingeschränkte Sichtfenster einen anderen Eindruck vermittle, kritisierten die Verbraucherschützer und orten einen "Verpackungsschmäh". Platz drei belegt der "Knofi Rohwurstsnack" von Wiesbauer, bei dem trotz anders wirkender Aufmachung längst nicht alle Zutaten aus Österreich kommen "und dies auch nicht kenntlich gemacht werden muss, weil der Österreichbezug als Teil des Firmenlogos gilt".

Konsum-Ente

Die Top Ten der "ärgerlichsten Lebensmittelprodukte des Jahres 2022" gibt es ab 23. Februar im Testmagazin "Konsument" und hier.

694 Beschwerden zu Lebensmittelprodukten sind 2022 beim VKI-Lebensmittel-Check eingegangen. Am häufigsten ärgerten sich die Menschen über stark erhöhte Preise bzw. verringerte Füllmengen, wobei "Shrinkflation" – verringerte Füllmenge bei gleichem Preis und unveränderter Verpackungsgröße – eine besonders prominente Rolle spielte. Zweithäufigster Grund für Kritik waren übermäßig große Verpackungen, die mehr Inhalt suggerieren als vorhanden. Das Thema Herkunft von Lebensmitteln und damit zusammenhängend enttäuschte Erwartungen spielten ebenfalls eine große Rolle.

Konsumenten verärgert über "Shrinkflation"

Die kritisierten Produkte im Detail: Der Inhalt der Rama Margarine sei von 500 auf 450 Gramm reduziert worden, ohne dass dies, abgesehen von der geänderten Gewichtsangabe, äußerlich erkennbar gewesen sei. Größe und Gestaltung der Verpackung blieben so gut wie unverändert, zugleich stieg der Preis dafür von 1,99 auf 2,49 Euro - eine Gesamtteuerung von 39 Prozent. Upfield Holdings rechtfertige dies mit gestiegenen Rohstoffpreisen und Verzicht auf Palmöl. Um den Margarinepreis nicht anheben zu müssen, habe man die Füllmenge reduziert. Die Preisgestaltung im Regal obliege dem Handel, so der Hersteller.

Die Schrumpfkur sorgte auch schon im Nachbarland für Unmut. In Deutschland wurde Rama in der dort traditionellen runden Packung bei unveränderter Größe von 500 auf 400 Gramm reduziert, was dem Produkt in einer Abstimmung der Hamburger Verbraucherzentrale den Titel "Mogelpackung des Jahres 2022" einbrachte.

"Ein deutlich sichtbarer Hinweis auf veränderte Füllmengen wäre wünschenswert und natürlich bedeutend kundenfreundlicher. Begrüßenswert wäre es auch, wenn Packungsgrößen grundsätzlich an die tatsächlichen Füllmengen angepasst werden würden", sagte VKI-Projektleiterin Teresa Bauer. Das würde Abfallmengen verkleinern und Ressourcen schonen. (APA)

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