Rückgang bei Durchimpfungsrate

Neben Steiermark und Kärnten auch ein Masern-Fall in Wien

Um den dafür notwendigen Gemeinschaftsschutz gegen Masern zu erreichen, sind Durchimpfungsraten von 95 Prozent mit zwei Teilimpfungen notwendig.
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Heuer gibt es bisher insgesamt 25 Nachweise einer Masern-Infektion. Die kostenlose Impfung ist in jedem Alter nachholbar.

Wien, Graz, Klagenfurt – Neben dem Masernausbruch in der Steiermark und einem Nachweis in Kärnten gibt es auch einen Fall in Wien. Das Gesundheitsministerium berichtete am Mittwoch von 24 aktuellen Fällen. Bei jenem in Kärnten ist der Zusammenhang noch in Abklärung, der in Wien steht jedoch in Verbindung zum steirischen Cluster. Der Ausbruch verdeutliche, „wie wichtig die Inanspruchnahme der Impfungen aus dem kostenlosen Impfprogramm ist", erinnerte das Ministerium an die Masern-Mumps-Röteln-Impfung.

In den Pandemiejahren wurde ein leichter Rückgang vor allem bei der Durchimpfungsrate von Kleinkindern beobachtet. „Deshalb ist es nun umso wichtiger, den eigenen Impfstatus oder den der Kinder zu kontrollieren und gegebenenfalls vorhandene Impflücken zu schließen", hieß es aus dem Büro von Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) auf APA-Anfrage. Österreich habe sich gegenüber der Weltgesundheitsorganisation WHO dazu verpflichtet, das Ziel der Masernausrottung zu verfolgen. Um den dafür notwendigen Gemeinschaftsschutz zu erreichen, sind Durchimpfungsraten von 95 Prozent mit zwei Teilimpfungen notwendig, betonte das Ministerium.

Durchimpfungsrate der Zweijährigen nur bei 84 Prozent

Die Durchimpfungsrate der Zweijährigen lag im Jahr 2021 nur noch bei 84 Prozent für die erste Teilimpfung und bei 74 Prozent für die zweite Teilimpfung, informierte der Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) in einer Aussendung. Auch bei den jungen Erwachsenen verfügen demnach nur 86 Prozent über einen vollständigen Impfschutz. Neben schweren Verläufen mit Krankenhausaufenthalten kann es bei Masern laut ÖVIH auch zu Langzeitfolgen wie einem geschwächten Immunsystem kommen, in sehr seltenen Fällen sogar Jahre später zu einer tödlich verlaufenden Gehirnentzündung. Eine hohe Durchimpfungsrate sei auch deshalb wichtig, weil Säuglinge unter neun Monaten noch nicht selbst geimpft und daher nur indirekt über ihre (geimpfte) Umgebung geschützt werden können.

Der Lebendimpfstoff in Kombination mit Komponenten gegen Mumps und Röteln ist wirksam und gut verträglich, hielt das Gesundheitsministerium fest. Er steht an öffentlichen Impfstellen und bestimmten weiteren impfenden Stellen sowie meistens auch bei Kinderärztinnen und Kinderärzten kostenlos zur Verfügung. Die Impfung wird ab dem vollendeten neunten Lebensmonat ohne Altersbeschränkung allgemein empfohlen und ist gratis. Fehlende Impfungen können und sollen also in jedem Alter nachgeholt werden. Die zweiteilige Immunisierung bietet in hohem Maß lang anhaltenden Schutz vor Erkrankung, schweren Verläufen und Folgeerkrankungen.

Im vergangenen Jahr wurde dem Gesundheitsministerium von den zuständigen Gesundheitsbehörden nur ein Masernfall gemeldet. In diesem Jahr waren es bisher 25 Ansteckungen, neben den 24 aktuellen Fällen in der Steiermark, in Kärnten und Wien ein weiterer Fall in der Bundeshauptstadt, der allerdings nicht mehr aktiv ist und daher laut Ministerium auch keinen Zusammenhang zu dem steirischen Ausbruch hatte.

Fall in Wien bereits zu Jahresbeginn

In der Steiermark waren bisher 22 Fälle bekannt. Hinzu kommen laut der Sanitätsdirektion des Landes einige Verdachtsfälle, die noch nicht ausgewertet sind, schilderte Referatsleiterin Ilse Groß gegenüber der APA. Bei allen Erkrankten handelt es sich um Kinder. Vier davon müssen im LKH Graz behandelt werden. Auf der Grazer Kinderklinik waren zu Wochenbeginn noch sechs Kinder wegen ihrer Maserninfektion in stationärer Behandlung. Am Mittwoch reduzierte sich die Zahl auf vier, hieß es vonseiten der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde auf Anfrage. Am LKH Leoben war laut Reinhold Kerbl, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde, ein Kind zu Wochenbeginn kurz stationär, konnte aber wieder nach Hause entlassen werden.

In Kärnten werden inzwischen drei Verdachtsfälle geprüft, die Testauswertung dürfte noch bis Donnerstag dauern. Zwei davon stehen in Verbindung mit dem am Vortag bekannt gegebenen bestätigten Masernfall einer 19-Jährigen. Die junge Frau ist in einem Krankenhaus in Quarantäne, habe aber einen normalen Verlauf, sagte Gerd Kurath vom Landespressedienst.

Die aktuell bestätigte Ansteckung in Wien betrifft ein Kind und steht in Zusammenhang mit dem Cluster in der Steiermark, bestätigte das Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) auf APA-Nachfrage. Ein weiterer Masernfall in Wien war demnach bereits zu Jahresbeginn registriert worden. Diese Infektion hatte einen Reisehintergrund und zu keinen Ansteckungen im Umfeld geführt, betonte ein Sprecher. (APA)

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