Preisregen für „Everything Everywhere All at Once“, zwei Premieren bei SAG Awards
Erstmals wurden bei der Verleihung der Screen Actors Guild zwei Schauspieler mit asiatischen Wurzeln ausgezeichnet. Auch der US-Produzentenverband Producers Guild of America (PGA) vergab den Preis an „Everything Everywhere All at Once“.
Los Angeles – Gleich zwei Premieren bei der diesjährigen Verleihung der Screen Actors Guild (SAG) Awards in Los Angeles: Erstmals konnte mit Michelle Yeoh (60) eine Asiatin den Preis als beste Hauptdarstellerin gewinnen. Und auch Ke Huy Quan (51) ist der erste Asiate, der im Rahmen dieser Verleihung als bester Schauspieler in einer Nebenrolle ausgezeichnet wurde. Beide wurden für ihre Rollen im Film „Everything Everywhere All at Once“ gewürdigt.
Unter Tränen nahm Quan den Award entgegen: „Vielen Dank! Das ist ein wirklich emotionaler Moment für mich.“ Ihm sei klar geworden, dass dieser Augenblick nicht nur ihm gehöre. „Er gehört auch allen, die sich eine Veränderung gewünscht haben“, so der gebürtige Vietnamese. Als er sich einst eine Auszeit von der Schauspielerei genommen hatte, geschah das nach eigenen Worten, weil es kaum Einsatzmöglichkeiten für ihn gegeben habe. Das sehe jetzt ganz anders aus. Dann sprach er noch diejenigen Menschen an, die darauf warten, endlich gesehen zu werden: „Haltet durch, denn irgendwann wird das Scheinwerferlicht auf euch gerichtet sein!“
Eine ähnliche Richtung nahm die Rede von Michelle Yeoh. Sichtlich emotional richtete sich die in Malaysia geborene Schauspielerin an das Publikum: „Jeder von euch kennt die Reise, die Achterbahnfahrt, die Höhen und Tiefen. Aber das Wichtigste ist, dass wir niemals aufgeben.“ Sie widmete ihren Preis jedem Mädchen, „das so aussieht wie ich.“
Die Awards wurden zum 29. Mal von Hollywoods Schauspielerverband vergeben. Sie zählen zu den wichtigsten Preisen der Branche und gelten als Vorboten für die im März anstehende Oscar-Verleihung.
Weitere Preisträger waren Brendan Fraser als bester Hauptdarsteller („The Whale“), Jason Bateman als bester Darsteller in einer Dramaserie („Ozark“), Sam Elliott als bester männlicher Darsteller in einem TV-Spielfilm oder einer Serie („1883“) und Jeremy Allen White als bester Darsteller in einer Comedy-Serie („The Bear: King of the Kitchen“).
Auch Serie „The White Lotus“ ausgezeichnet
Weitere Siegerinnen waren Jamie Lee Curtis als beste weibliche Nebendarstellerin („Everything Everywhere All at Once“), Jessica Chastain als beste weibliche Darstellerin in einem TV-Spielfilm oder einer Serie („George & Tammy“), Jennifer Coolidge als beste weibliche Darstellerin in einer Dramaserie („The White Lotus“) und Jean Smart als beste Darstellerin in einer Comedy-Serie („Hacks“).
Als bestes Ensemble in einem Kinofilm wurde der Oscar-Favorit „Everything Everywhere All at Once“ ausgezeichnet. Das Team der Serie „The White Lotus“ gewann eine Trophäe als bestes Ensemble in einer Dramaserie. Der Preis für das beste Ensemble in einer Comedyserie ging an den Cast von „Abbott Elementary“. Den Award für das Lebenswerk nahm Sally Field entgegen.
„Everything Everywhere All at Once“ gewann bei US-Produzentenpreisen
„Everything Everywhere All at Once“ hat auch bei den US-Produzentenpreisen gewonnen. Der US-Produzentenverband Producers Guild of America (PGA) kürte die Komödie in der Nacht auf Sonntag in Los Angeles als besten Film. Damit schlug „Everything Everywhere All at Once“ neun weitere Kandidaten wie „Avatar: The Way of Water“, „Black Panther: Wakanda Forever“, „Elvis“, „Glass Onion: A Knives Out Mystery“ oder „Tár“.
Über die Auszeichnungen, die bereits zum 34. Mal vergeben wurden, stimmen mehr als 8000 Filmproduzenten ab. Sie gelten als Barometer für die Oscars, die in diesem Jahr Mitte März verliehen werden. Häufig holt der PGA-Gewinner später auch den Oscar als bester Film, wie etwa das Road-Movie „Nomadland“ (2021). „Everything Everywhere All at Once“ hat auch schon verschiedene andere Preise gewonnen und geht bei den Oscars mit elf Nominierungen ins Rennen.
Bei den ebenfalls in der Nacht auf Sonntag verliehenen Annie Awards für Zeichentrickfilme räumte „Pinocchio“ von Regisseur Guillermo del Toro mit fünf Auszeichnungen ab.