Wer trennt, gewinnt: Wipptal will den Müll neu ordnen
Ab Herbst soll der Restmüll nicht mehr über schwarze Säcke entsorgt werden, sondern über eine Tonne. Abgerechnet wird nach Gewicht.
Steinach a. Br. – Gemeinsam trennen: Die zehn Gemeinden des Wipptals tun sich einmal mehr zusammen, um die Abfallwirtschaft in der Region weiter zu verbessern. Die „Umweltzone Wipptal“ wurde bereits vor rund zwei Jahren ausgerufen und erleichtert den BürgerInnen die Müllentsorgung. Unabhängig vom Wohnsitz können alle Wipptaler entweder das Abfallwirtschaftszentrum Unteres Wipptal in Mühlbachl oder den neuen Recyclinghof (eine der modernsten Anlagen ihrer Art) in Steinach ansteuern. Die Öffnungszeiten sind aufeinander abgestimmt. Über die Wipptalcard erfolgt eine kilogenaue Abrechnung.
Im Herbst soll nun das Entsorgungssystem für Restmüll modernisiert werden. Statt mittels „schwarzem Sack“ können Haushalte schon bald ihren Restmüll über eine Tonne entsorgen. Die Abrechnung erfolgt nach Gewicht. „Die Tonnen haben einen Chip eingebaut, mit dem die Füllmenge gemessen wird. Sobald die Entleerung erfolgt, erhält man eine Information aufs Smartphone und erfährt auch gleich das Gewicht“, erklärt Florian Riedl, Steinacher Bürgermeister und Planungsverbandsobmann.
Derzeit läuft noch die Detailausarbeitung zum neuen System. Unterstützung bekommen die Wipptaler dabei von Experten der Abfallwirtschaft Tirol Mitte (ATM).
Die Intention dahinter ist klar: „Wir wollen das System für die Bürgerinnen und Bürger fairer und transparent gestalten“, erklärt Vinzenz Eller, Bürgermeister in Schmirn und Obmann des Abwasser- und Abfallverbands Oberes Wipptal. Wer weniger Müll hat bzw. brav trennt, zahlt auch weniger. Die Bevölkerung soll dadurch also zum Mülltrennen animiert werden.
In den kommenden Monaten sollen noch Details in der Abwicklung geklärt werden, bevor in den Gemeinden die entsprechenden Beschlüsse gefasst werden. So ist etwa noch offen, wie die Handhabung in Wohnanlagen oder bei schwer erreichbaren Häusern erfolgen könnte. Der Naviser Bürgermeister Lukas Peer, Obmann des Abwasser- und Abfallverband Unteres Wipptal, steht hinter der Systemumstellung, stellt aber auch klar, dass niemand von dem schwarzen Sack auf die Tonne umsteigen muss. „Wir wollen niemanden dazu zwingen. Das ist vielmehr ein Angebot“, betont Peer.