Kufsteiner Bergretter waren im Vorjahr mehr gefordert
Kufstein – Mit 105 Einsätzen wurde im Vorjahr abermals eine neue Höchstzahl an Einsätzen im Gebiet der Bergrettung Kufstein und Umgebung erreicht. „Die Pandemie hatte die Zahlen etwas zurückgehen lassen, inzwischen ist der Trend zum Outdoorsport umso stärker spürbar“, berichtete Ortsstellenleiter Gerald Radlherr, der mit seinem engagierten Team von 40 aktiven EinsatzbergretterInnen Menschen zu Hilfe eilt. „Die nüchternen Einsatzzahlen geben natürlich nicht die Schicksale von verunglückten oder in Not geratenen Personen und ihrer Angehörigen wieder“, sagte Radlherr. Das gilt insbesondere für die sechs Menschen, die im Gebiet der Ortsstelle zu Tode kamen. In 78 Fällen konnten Patienten und Patientinnen versorgt und zu einer weiteren Behandlung transportiert werden. Etwas zurückgegangen ist mit 24 Einsätzen der Anteil an unverletzten Personen, die aus Gründen der Erschöpfung, Verirrung und/oder Selbstüberschätzung einen Notruf absetzten, wie der Einsatzleiter weiter ausführte.
Von den 13 Gemeinden im Einsatzgebiet der Ortsstelle Kufstein und Umgebung stechen die Gemeinden mit großem Anteil am Kaisergebirge – Kufstein, Ebbs und Walchsee – mit insgesamt 54 Einsätzen hervor. Für einen großen Anteil an Ausrückungen sorgten aber auch Unfälle in der Gemeinde Thiersee (12 Personen). „Die Bergungen zweier tragischerweise ums Leben gekommener Bergsteiger fielen auf das Gemeindegebiet von Ellmau“, zählte Radlherr bedauernd auf.
Erfreulich für die Kufsteiner Bergretter: Drei AnwärterInnen sind derzeit in Ausbildung, um den Mitgliederstand stabil zu halten. Die Jahreshauptversammlung war auch der Rahmen, um langjährige und verdiente Mitglieder zu ehren. Allen voran Walter Anselm für 60 Jahre und Adolf Fischer für 50 Jahre Mitgliedschaft. Johannes Steigenberger, Manfred Pfluger (Ausbildungsleiter), Richard Brandauer (ehem. Ortsstellenleiter) wurden für 25 Jahre Treue zur Bergrettung ausgezeichnet.