🗓️ Am Freitag eröffnet

Kraftvolles & Feinsinniges beim 23. „artacts“-Festival in St. Johann

Kein Schuhzwang bei „Emmeluth’s Amoeba“: (v. l.) Christian Balvig (Piano), Karl Bjorå (Gitarre), Signe Krunderup Emmeluth (Saxofon) und Ole Mofjell (Drums).
© Dawid Laskowski

Am Freitag eröffnete das 23. „artacts“-Festival in St. Johann. Feine Kost abseits des Mainstreams.

St. Johann – Zum 23. Mal geht an diesem Wochenende das Festival „artacts“ über die Bühne der Alten Gerberei in St. Johann. Das Fest hat sich einen Fixplatz im Reigen österreichischer Events für engagierte Klänge abseits des Mainstreams erworben, durchaus vergleichbar mit den Konfrontationen im burgenländischen Nickelsdorf oder dem Kaleidophon im oberösterreichischen Ulrichsberg. Die Konzerte sind ausverkauft und locken Fans aus halb Europa nach St Johann.

Bereits am Donnerstag begann als Klammer das Projekt „Archiv seltener Arten“, eine aus acht kleinen Hörspielen bestehende Referenz an bedrohte Pflanzen, die bis zum Sonntag täglich zur Aufführung kommt. Die St. Johanner Elisabeth R. Hager, Martin Mallaun und Richard Eigner gestalten die Performance mit Studierenden der Linzer Bruckner-Uni.

Schon der Freitag löst die hochgesteckten musikalischen Erwartungen ein. Es beginnt mit einem Auftragswerk der Bassklarinettistin Susanna Gartmayer, das diese mit ihrem Sextett Sugar 6TTT effektvoll in Szene setzt. Am Anfang steht ein machtvolles Staccato in tiefen Registern. Zwei Bässe, famos der Brite John Edwards und der Brasilianer Vinicius Cajado, bilden die Basis, feinsinnig konterkariert von der Perkussionistin Maria Portugal, darüber tanzen die Klarinetten von Gartmayer und Jake Mann.Gartmayer komponierte ein großes Stück, schöpft aus dem Vollen, gewährt Freiräume und gibt einen Rahmen, intensiv und variantenreich.

Nachhaltig beeindrucken kann das skandinavische Quartett Emmeluth’s Amoeba der Altsaxofonistin Signe Emmeluth. Der Vierer tobt im rasanten Kollektiv, weiß aber auch mit Sanftmut und Schlichtheit umzugehen. Bei aller Dichte bleiben die Klänge transparent und nachvollziehbar, halten sich Komposition und Improvisation die Balance, stimmen sich individuelle Freiheit und gemeinsames Tun ab. Die Freude ist den vieren anzusehen und der Jubel des Publikums lautstark.

Einen feinsinnigen Kontrapunkt dazu setzen die Geigerin Biliana Voutchkova und die Trompeterin Susana Santos Silva. Ein ebenso eloquenter wie intimer Dialog ist angesagt, immer wieder nah am Geräusch. Die Geige durchaus auch im kratzigen Flageolett, die Trompete mit viel Luft, aber stets auch von irritierender Schönheit. Zwiegespräche changieren zwischen Streitbarkeit und Zärtlichkeit.

Den Schlusspunkt setzen Elisabeth Harnik, Joëlle Léandre und Zlatko Kaucˇić mit einer zeitgenössischen Interpretation des Klavier-Bass-Schlagzeug-Trios. Da gibt es eine Welt jenseits der Jazzklassik, ein Musizieren in Augenhöhe, durchaus kratzbürstig, aber auch immer wieder mit Charme und Witz.

Am heutigen Sonntag kann man noch Konzerte mit dem Totally Mechanized Midi Orchestra, Pink Forest, C/W|N und Soundbridges genießen.

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