🌍 Mehr Geld als im Vorjahr

Tirol investiert Rekordsumme von 91 Mio. Euro in Schutz vor Klimawandel

Land und Bund investieren heuer eine Rekordsumme für Schutzmaßnahmen gegen Elementarereignisse.

Innsbruck – Hochwasser, Lawinen, Borkenkäfer: Das sind nur einige der Gefahren für Bevölkerung und Infrastruktur, die das Land Tirol heuer mit Baumaßnahmen und Aufforstungsprogrammen entschärfen will. Das kostet Geld. „Mehr Geld als im Vorjahr“, versichert LHStv. Josef Geisler, der die Investitionen mit der Rekordsumme von 91,3 Millionen Euro beziffert. Das seien um über 10 Prozent mehr als 2022.

Osttirol ist der Bezirk, in den die größte Summe fließt. Über 20 Millionen sind es, die zu einem großen Teil in den Kampf gegen Borkenkäfer bzw. in die Beseitigung der Käfer-Schäden investiert werden. „Der Winter war trocken, die Temperaturen steigen, das sind ideale Bedingungen für den Borkenkäfer“, erläutert Landesforstdirektor Josef Fuchs. Das Insekt, das in Osttirol bereits große Schäden angerichtet hat, sei auch in Nordtirol auf dem Vormarsch. Es sei eine Herausforderung, die betroffenen Waldflächen – insbesondere im unwegsamen Gelände – wieder schnell aufzuforsten, so Fuchs weiter. „Und zwar mit Bäumen, von denen wir glauben, dass sie in 50 oder 100 Jahren auch noch Bestand haben.“ Je mehr Arten angepflanzt werden, desto widerstandsfähiger sei der Wald. Nach Osttirol fließt das meiste Geld (13 Mio.) in den Bezirk Innsbruck-Land, gefolgt von Schwaz (12,9 Millionen).

Landesweit ist es der Schutz vor den 2305 Wildbächen, der mit 31,6 Mio. Euro das höchste Investitionsvolumen erfordert. Etwa um Rückhaltebecken zu errichten oder bestehende Verbauungen zu sanieren. Wie die des Kasbachs in Längenfeld, die Gebhard Walter, Leiter der Wildbach- und Lawinenverbauung, als historisch bezeichnet: „Die Strelesperre wurde 1923 errichtet, die weiteren Verbauungen stammen aus den 60er-Jahren.“ Die Sanierung werde mit nachhaltigen Rohstoffen wie Holz und Stein erfolgen und den historischen Kontext berücksichtigen.

Weitere 24 Millionen Euro sind für die insgesamt 2000 Kilometer langen Tiroler Tal- und Hauptgewässer reserviert. Auch bei Inn und Co. geht es um den Schutz vor Überschwemmungen, der Großteil der Investitionen wird für die Sanierung bestehender Schutzbauten verwendet. „Wir können Hochwasser nicht verhindern, aber die Schäden verringern“, benennt Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft (Land Tirol), das Ziel. Mit weiteren 11,7 Millionen wird der Lawinenschutz verbessert. „Das Gefahrenbild verändert sich aufgrund des Klimawandels“, betont Geisler. „Es gilt, das hohe Schutzniveau an die Anforderungen anzupassen.“

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