Konzert mit Cello und Piano: Zwei können ganz schön viel sein
Ein wahrhaftiges Meisterkonzert mit Weltklasse-Cellistin Sol Gabetta und Pianist Bertrand Chamayou.
Innsbruck – Der Saal Tirol im Congresshaus ist groß. Sehr groß sogar für ein einzelnes Violoncello, das darin irgendwie klein wirkt. Auch nur zwei Personen auf der Bühne, auf der ansonsten das Innsbrucker Symphonieorchester Platz findet, scheinen etwas verloren. Wenn jedoch eine ganz große Musikerin den Bogen am Streichinstrument führt und ein nicht weniger meisterhafter Musiker die Klaviertasten anschlägt, wird plötzlich der augenscheinlich zu große Raum ganz ausgefüllt und die Bühne kann für die Präsenz der beiden nicht groß genug sein. Wie der Einleitung unschwer zu entnehmen ist, saßen da zwei ganz Große ihres Fachs beim 6. Meisterkonzert in Innsbruck am Podium: namentlich die Cellistin Sol Gabetta und der Pianist Bertrand Chamayou.
Die in Argentinien geborene und nunmehr in der Schweiz lebende Künstlerin ist eine Weltklasse-Musikerin. Daran ließ sie an diesem Abend nicht den geringsten Zweifel aufkommen. Fast unglaublich, was sie und Chamayou in den Noten von Felix Mendelssohn Bartholdy (Variations concertantes op. 17, Sonate D-Dur op. 58) und Johannes Brahms (Sonate F-Dur op. 99) alles finden und herauslesen können.
Dazwischen streuten sie noch ein Auftragswerk, ein wunderschönes „Lied ohne Worte“, von Wolfgang Rihm ein. Gabetta führt selbstbewusst den Bogen, lässt ihr Instrument jubeln, trotzig aufbegehren, weinen oder in Liebe dahinschmelzen. Das Thema technische Schwierigkeiten ist bei ihr keines, diesen Stolperstein hat sie überwunden. Genauso wie der französische Pianist Bertrand Chamayou, der mit wahnwitzigem Tempo unglaublich treffsicher über die Tasten rasen oder nachdenklich verträumt mit großen Phrasierungsbögen schwelgen kann. Nie bestand die Gefahr, dass er seine Partnerin zudeckt. Die beiden verschmolzen zu einem musikalischen Traumpaar auf der Bühne, das sich ergänzt und gemeinsam Musik moduliert.
Mit Zugaben von Manuel de Falla rissen sie dann das Publikum komplett zu Begeisterungsstürmen hin.