Landesversammlung der Grünen

Keine Konkurrenz für Gebi Mair: Nationalrätin Neßler kandidiert nicht

Barbara Neßler schließt eine Kandidatur zur grünen Landessprecherin aus.
© Foto TT/Rudy De Moor

Nationalrätin Barbara Neßler wird am Samstag bei der Landesversammlung der Grünen nicht als Landessprecherin kandidieren. Sie kündigte an, den derzeitigen Klubchef Gebi Mair als voraussichtlich einzigen Kandidaten zu unterstützen.

Innsbruck – Für Nationalrätin Barbara Neßler kommt eine Kandidatur zur grünen Landessprecherin nicht in Frage. Das gab sie Donnerstagfrüh gegenüber der Tiroler Tageszeitung bekannt. Somit bleibt Klubchef Gebi Mair einziger Kandidat für die Funktion. Die Landesversammlung findet am Samstag in Telfs statt.

„In Tirol brauchen wir einen Landessprecher, der starke Grüne Gemeindegruppen aufbaut und unterstützt. Denn ohne Matrosen nützt die beste Kapitänin nichts. Am Samstag werde ich Gebi Mair als voraussichtlich einzigen Kandidaten unterstützen. Ich werde mich weiterhin im Nationalrat für die Tiroler und Tirolerinnen stark machen, denn ich mache diesen Job extrem gern", gab Neßler bekannt.

Zuletzt hatte es viele Spekulationen gegeben, dass Neßler, die parteiintern ein sehr gutes Standing hat, doch noch gegen Mair antreten könnte. Die offizielle Bewerbungsfrist war zwar bereits ausgelaufen, bei den Grünen kann man aber auch noch am Tag der Landesversammlung seine Kandidatur anmelden. Am Wochenende hatte Neßler noch gemeint, dass sie „zum jetzigen Zeitpunkt die Landessprecher-Wahl nicht öffentlich kommentieren“ wolle. Solche Dinge gehörten intern kommuniziert.

Tiroler Grüne schwer angeschlagen

Die Tiroler Grünen sind derzeit jedenfalls schwer angeschlagen. Nach der Landtagswahl im vergangenen Herbst mit Spitzenkandidat Mair waren sie nach fast zehn Jahren Regierungsbeteiligung auf der Oppositionsbank gelandet. Bei der Wahl fuhr man ein Minus von 1,5 Prozentpunkten (Ergebnis: 9,2 Prozent) ein und musste den Verlust eines Mandates hinnehmen. Spätestens seitdem rumort es, auch teils öffentlich, gehörig. Mair sah sich zuletzt parteiintern auf Bezirksebene mit öffentlichem Gegenwind konfrontiert. Mangelnde Führungskompetenz, Kommunikation und Transparenz waren ihm vorgeworfen worden.

Bleibt der grüne Klubchef einziger Kandidat, muss er jedenfalls mit Streichungen rechnen. Erhält Mair weniger als 70 Prozent Zustimmung, dürfte die grüne Krise prolongiert werden. Mit dem Duell um die Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl zwischen Mair und Ex-LR Gabriele Fischer sind die Grünen in zwei Lager zerfallen und Gräben aufgebrochen. (TT)

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