⚽️ Pleite für RB Leipzig

Bayern erteilten Dortmund bei Debüt von Trainer Tuchel Lehrstunde

Die Bayern (mit Matthijs de Ligt) zeigten gegen den BVB ihre Klasse.
© CHRISTOF STACHE

Thomas Tuchel bekommt seinen Traumeinstand als Bayern-Trainer - und das gegen seinen Ex-Club. Das 4:2 im Bundesliga-Topspiel gegen Dortmund wird von einem Torwart-Blackout eingeleitet. Die Abstiegskandidaten VfB Stuttgart und FC Schalke 04 haben in der Fußball-Bundesliga einen ernüchternden Samstag erlebt.

München/Leipzig - Mit einem 4:2-(3:0)-Sieg im direkten Duell hat Bayern München am Samstag beim Debüt von Trainer Thomas Tuchel die Titelträume von Borussia Dortmund wieder auf ein Normalmaß zurückgestutzt. Ein haarsträubender Fehler von Dortmund-Tormann Gregor Kobel (13.), ein Doppelpack Thomas Müllers (18., 23.) und Kingsley Coman (50.) sorgten dafür, dass die Bayern zwei Punkte vor dem BVB wieder an die Tabellenspitze zurückkehrten.

Nur die intensiven Anfangsminuten vor ausverkauftem Haus (75.000) hielten, was die Paarung versprochen hatte. Was dann kam, ließ den BVB-Fans aber den Atem stocken. Der herauslaufende Kobel, erst von einer wochenlangen Verletzungspause zurück, rasierte nach weitem Zuspiel Dayot Upamecanos den Ball nur ganz leicht, das Spielgerät rollte seelenruhig ins Tor. Der Schock bei den Gästen saß sichtlich tief, Altmeister Müller machte mit seinem Doppel den Gästen früh den Garaus. Spätestens mit dem 4:0 durch Coman waren die Messen gelesen, der späte Ehrentreffer durch einen Elfmeter Emre Cans (72.) verpufften wirkungslos in der Münchner Nacht. Auch das 2:4 durch "Joker" Donyell Malen (90.) änderte daran nichts.

Acht Tage nach seiner vielerorts kritisierten Bestellung als Nachfolger Julian Nagelsmanns durfte Tuchel gegen seinen einstigen Club über einen perfekten Einstand jubeln. Sein Team stellte nach dem 1:2 gegen Leverkusen vor der Länderspielpause die gewohnte Hierarchie wieder her und sorgte dafür, dass die Allianz Arena für Dortmund verwunschener Boden bleibt: In den vergangenen neun Bundesliga-Partien gab es ausnahmslos Niederlagen - bei einem desaströsen Torverhältnis von 8:37.

Union bleibt Topduo auf den Fersen

Indes blieb Union Berlin dem Topduo auf den Fersen. Kapitän Christopher Trimmel und Co. fertigten Schlusslicht VfB Stuttgart mit 3:0 ab und liegen vier bzw. zwei Punkte hinter den Granden. Freiburg musste sich ohne den gesperrten Goalgetter Michael Gregoritsch gegen Hertha BSC mit einem 1:1 abgeben, der Rückstand des Vierten auf Union wuchs auf vier Punkte an.

Einen ähnlich bitteren Samstag wie der BVB erlebte RB Leipzig. Zuhause unterlagen die "Bullen" mit Konrad Laimer (bis 81.) Mainz mit 0:3 und drohen, zwei Punkte hinter Freiburg liegend, aus den Top-Fünf zu fallen. Oliver Glasners Frankfurter, die am Freitag 1:1 gegen Bochum spielten, liegen fünf Zähler hinter den Sachsen. Marcus Ingvartsen (9.) brachte den FSV, der ohne Karim Onisiwo (Knieprobleme) antrat, in Führung - und RB damit in Bedrängnis. Bisher hatte die Elf von Marco Rose in dieser Saison nach Rückstand noch nicht gewonnen, das blieb auch so. Nach der Pause vergrößerte Ludovic Ajorque (57.) den Mainzer Vorsprung, ehe auch Dominik Kohr (67.) erfolgreich war. Es war die zweite RB-Niederlage hintereinander, die dritte in den jüngsten vier Partien.

Labbadia vor dem Aus

Schlusslicht Stuttgart hielt sich bei Union Berlin eine gute Halbzeit wacker, hatte vor der Pause sogar die besseren Aktionen. Sheraldo Becker (51.) belohnte aber den stärkeren Wiederbeginn der Hausherren, Kevin Behrens (67.) und ein Eigentor von Genki Haraguchi (67.) bedeuteten die Vorentscheidung zugunsten der Hauptstädter. Stuttgart-Coach Bruno Labbadia steht laut Medienberichten vor dem Aus.

Freiburg vermisste Gregoritsch sichtlich und musste auch auf den verletzten Verteidiger Philipp Lienhart verzichten. Zwar ging man gegen Nachzügler Hertha per Freistoß von Vincenzo Grifo (52.) in Front, kassierte aber durch Jessic Ngankam (77.) noch den Ausgleich und verpasste das erhoffte Erfolgserlebnis vor dem Bayern-Doppelpack. Am Dienstag geht es in München um den Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale, vier Tage später ist das Starensemble zum Bundesliga-Duell in Freiburg zu Gast.

Rückschlag für Schalke

Der VfL Wolfsburg verstand es im Heimspiel gegen Augsburg (Julian Baumgartlinger ab 90.) lange nicht, seine statistische Überlegenheit in Zählbares umzuwandeln. Bis zur Nachspielzeit lief man dem Eigentor Maximilian Arnolds (2.) und einem Treffer von Ex-Salzburger Mergim Berisha (32.) nach. Während ÖFB-Teamspieler Patrick Wimmer noch zwei gute Chancen (19., 44.) vergab, ließ Luca Waldschmidt (84.) beim Team von Niko Kovac wieder Hoffnung keimen. Felix Nmecha besorgte quasi mit dem Schlusspfiff (96.) den Ausgleich. Dennoch rutschte der VfL auf Platz neun hinter Mainz zurück.

Auf Rang 17 liegt weiterhin der FC Schalke 04, der mit Innenverteidiger Leo Greiml 0:3 (0:0) gegen Bayer Leverkusen (Patrick Pentz Ersatz) verlor. Leverkusen kletterte durch den Erfolg auf Rang sieben und hat wieder Anschluss an die Europacupränge. (APA)

⚽️ Deutsche Bundesliga, 26. Runde:

Samstag:

  • RB Leipzig - FSV Mainz 05 0:3 (0:1). Leipzig: Laimer bis 81., ohne Schlager (verletzt); Mainz: ohne Onisiwo (angeschlagen), Mustapha
  • Union Berlin - VfB Stuttgart 3:0 (0:0). Union: mit Trimmel
  • VfL Wolfsburg - FC Augsburg 2:2 (0:2). Wolfsburg: Wimmer bis 75., Pervan Ersatz; Augsburg: Baumgartlinger ab 90.
  • Schalke 04 - Bayer Leverkusen 0:3 (0:0). Schalke: mit Greiml; Leverkusen: Pentz Ersatz.
  • SC Freiburg - Hertha BSC 1:1 (0:0). Freiburg: ohne Lienhart (verletzt), Gregoritsch (gesperrt)
  • Bayern München - Borussia Dortmund 4:2 (3:0)

Sonntag:

  • 1. FC Köln - Borussia Mönchengladbach 15.30 Uhr
  • Werder Bremen - TSG Hoffenheim 17.30 Uhr

Freitag:

  • Eintracht Frankfurt - VfL Bochum 1:1 (1:1). Frankfurt: Trainer Glasner; Bochum: Stöger bis 85.

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