🏎️ Spektakel-Grand-Prix

Feuer, Chaos und rote Flaggen: Danach rollte Verstappen zum Sieg

Lewis Hamilton, Max Verstappen und Fernando Alonso feierten nach einem schwierigen Rennen auf dem Podest.
© PAUL CROCK

Der Grand Prix von Australien wird den Formel-1-Fans noch lange in Erinnerung bleiben. Mehrere spektakuläre Unfälle sorgten gleich dreimal für eine Rote Flagge. Am Ende eines chaotischen Renntags jubelte Max Verstappen über seinen zweiten Sieg vor Lewis Hamilton und Fernando Alonso.

Melbourne – Red Bull Racing ist auch im dritten Lauf der diesjährigen Formel-1-WM das Maß der Dinge gewesen. Am Sonntag fuhr Weltmeister Max Verstappen zum Sieg in einem turbulenten Großen Preis von Australien mit mehreren Safety-Car-Phasen und einem Restart zwei Runden vor Schluss. Der Niederländer setzte sich in Melbourne bei seinem 37. Grand-Prix-Erfolg vor Lewis Hamilton im Mercedes und Aston-Martin-Pilot Fernando Alonso durch, der zum dritten Mal heuer den dritten Platz belegte.

Für Verstappen, der die WM-Führung ausbaute, war es der erste Sieg in Australien. Der Brite Hamilton holte seinen ersten Podestplatz in dieser Saison. Nach der Fahrt ins Ziel liefen aber noch Untersuchungen, die Strafen und damit Verschiebungen nach sich ziehen könnten. „Das war ein ziemliches Durcheinander“, sagte Verstappen, der einen schlechten Start einräumte. „Die Pace vom Auto war dann aber okay“, meinte er. Hamilton bedankte sich bei seiner Crew: „Mega-Job, Leute!“ Er habe immer attackieren können, sagte der 38-Jährige über sein Auto. Teamkollege George Russell war früh ausgefallen.

Zum Schluss heizte eine Unterbrechung nach dem Out von Kevin Magnussen das Rennen noch einmal an. Zwei Runden vor Schluss gab es zum zweiten Mal einen stehenden Restart des Grand Prix – dabei kam es zu mehreren Kollisionen und Chaos brach aus. Der Spanier Carlos Sainz schoss im Ferrari seinen drittplatzierten Landsmann Alonso ab, der allerdings weiterfahren konnte, außerdem crashten die beiden Alpine von Pierre Gasly und Esteban Ocon. Auch Nyck de Vries drehte sich von der Strecke.

Wieder wurden die roten Flaggen geschwenkt, und das bereits dezimierte Feld versammelte sich in der Boxengasse. In welcher Form der Grand Prix zu Ende gebracht werden würde, war zu dem Zeitpunkt aber nicht klar. Knapp eine halbe Stunde rätselten die Teams, ehe die Rennleitung die Reihenfolge der Autos verkündete, wie vom Safety Car geführt ins Ziel fahren sollte. Die griff auf die Positionen vor dem letzten stehenden Start zurück, so durfte Alonso wieder auf den dritten Platz nach vorne.

Es war Verstappens zweiter Saisonsieg und der dritte von Red Bull in drei Rennen - ein Rekord für das dominierende Team der Formel 1. „Es war auch unser 350. Rennen“, merkte Motorsport-Berater und Verstappen-Intimus Helmut Marko auf ServusTV an. Für den bisher einzigen Red-Bull-Sieg in Australien hatte 2011 Sebastian Vettel gesorgt. Marko sagte jedoch auch, es sei „ein bisschen eine Zitterpartie“ gewesen. „Zwei unserer Starts waren nicht die optimalsten, und beim dritten, entscheidenden hat es dann geklappt. Wenn wir mal vorne waren, dann war es wieder souverän.“

Den eigentlichen Rennstart hatte Verstappen gegen Russell und auch Hamilton verloren und Mercedes damit mit einer Doppelführung in der Frühphase beschenkt. Bereits in der ersten Kurve drehte sich Charles Leclerc im Ferrari in den Kies und schied aus, was erstmals das Safety Car auf die Strecke schickte.

In der siebenten Runde musste der rote Mercedes-AMG gleich ein weiteres Mal ausrücken, nachdem sich Alexander Albon im Williams aufsehenerregend verabschiedet hatte. Russell ließ sich neue Reifen anstecken, Hamilton war damit in Führung. Kurz darauf kam es zur 15-minütigen Unterbrechung des Rennens mittels roter Flagge, um die Menge von Kies, die Albons Auto aufgewirbelt hatte, von der Fahrbahn zu räumen. Russells Strategie war somit ruiniert – der Brite war nur noch Siebenter.

Beim stehenden Restart behielt Hamilton Position eins, in der 12. Runde überholte Verstappen allerdings seinen früheren WM-Rivalen. Russell kämpfte sich unterdessen zurück und war hinter Alonso Vierter, ehe das Pech bei ihm noch heftiger zuschlug: In der 18. Runde schlugen Flammen aus dem Heck seines Mercedes, das Rennen war vorbei. „Wenn man die roten Flaggen wegtut – das ist natürlich Hättiwari – wäre er um den Sieg mitgefahren“, meinte Teamchef Toto Wolff. „Wir müssen jetzt einfach unsere Entwicklungsrichtung beibehalten, wir verändern ja einiges“, gab er sich grundsätzlich positiv gestimmt.

Während Verstappen einem scheinbar sicheren Sieg entgegenfuhr, arbeitete sich sein vom letzten Platz gestarteter Stallrivale Perez mühevoll durchs Feld. Letztlich war der Mexikaner Fünfter und holte sich den Zusatzpunkt für die schnellste Runde. Ferrari ging gänzlich leer aus, da Sainz wegen der Kollision mit Alonso mit plus fünf Sekunden bestraft wurde und als Zwölfter aus den Top Ten fiel. „Local Hero“ Oscar Piastri, der aus Melbourne stammt, erntete im McLaren als Achter seine ersten WM-Punkte. (APA, TT.com)

🏎 Formel 1 | Grand Prix von Australien

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