Lust auf neue Lieder: Sven Regener über das neue „Element of Crime“-Album
Am Freitag veröffentlichen „Element of Crime“ ihr neues Album „Morgens um vier“. Sänger Sven Regener über seine Sehnsucht nach Jazz und das rollende Verfahren im Studio.
In Innsbruck standen Sie am Wochenende mit Ihrem Jazz-Trio Regener/Pappik/Busch auf der Bühne. Die Ankündigung, dass zwei der drei Kernmitglieder von Element of Crime jetzt Jazz machen, hat viele überrascht.
Sven Regener: Als ich Anfang der 1980er-Jahre mit meiner Trompete nach Berlin kam, wollte ich Jazz-Musik machen – und bin vom Weg abgekommen. Bei der Band Zatopek hab ich dann zwar Trompete gespielt, aber spätestens als wir auf Tour gegangen sind, bin ich auf den Rock ’n’ Roll gekommen – und irgendwann hat dann auch das Songschreiben angefangen. Das hat mir nochmal eine neue Welt aufgemacht. Auch bei Element of Crime spielt die Trompete eine Rolle, aber eher untergeordnet, episodisch. Irgendwie hab ich das bedauert – und irgendwann hab ich mit Ekki Busch beschlossen, einfach trotzdem Jazzmusik zu machen. Dann kam Richard Pappik als Schlagzeuger dazu.
Sie spielen Klassiker von Charlie Parker oder Thelonius Monk.
Regener: Das Interessante am Jazz ist, dass es improvisierte Musik ist. Man improvisiert sich durch Stücke – und man tritt dabei in einen Dialog mit den Leuten, die sie geschrieben haben. Wir interpretieren diese Klassiker der Jazz-Moderne auf unsere Weise. Im Jazz, das ist jetzt kein Geheimnis, geht es nicht unbedingt darum, was man spielt, sondern wie man es spielt: „My Favourite Things“ von John Coltrane ist eine epochale Aufnahme – aber die Komposition stammt trotzdem aus „The Sound of Music“.
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