Auszeichnung für Innsbrucker Autor

„Von Homer bis Punk-Rock“: Christoph W. Bauer erhält den Anton-Wildgans-Preis

Der in Innsbruck lebende Schriftsteller Christoph W. Bauer.
© Fotowerk Aichner

Der Innsbrucker Schriftsteller Christoph W. Bauer erhält den Anton-Wildgans-Preis der Österreichischen Industriellenvereinigung. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert. Sie wird Bauer am 13. September in Wien überreicht.

Der Wildgans-Preis wird jährlich an Autorinnen oder Autoren verliehen, deren „Schaffen die abschließende Krönung noch erwarten lässt“. Bauer, geboren 1968 in Kärnten und aufgewachsen in Lienz und Kirchberg, schreibt Lyrik, Prosa und Hörspiele. Einer breiten Öffentlichkeit wurde er 2002 bekannt, als ihm der Publikumspreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb zugesprochen wurde. 2015 erhielt er den Tiroler Landespreis für Kunst, 2021 die Auszeichnung für künstlerisches Schaffen der Stadt Innsbruck.

Bauer, heißt es in der Jurybegründung, „ist in nahezu allen literarischen Genres zuhause“. In seinen Prosa-Arbeiten, „die vielfach im Grenzbereich zwischen Historiographie und Fiktion angesiedelt sind, dominieren Geschichten, die er im Alphabet ramponierter oder auch längst verschwundener Häuser ermittelt, sei es in Saint-Denis, sei ei in Innsbruck-St. Nikolaus. Gewürdigt wird auch die „ganz eigene Stimme und Souveränität“ von Christoph W. Bauers Lyrik, die „in einer schier endlosen Kette von intertextuellen Bezügen, die von Homer und Catull über Dante und Villon bis zum Punk-Rock reichen, immer von neuem auf ein Spiel mit Möglichkeiten zusteuert, das ganz wenig überig hat für scheinbar unverrückbare Gegebenheiten.“

Christoph W. Bauer veröffentlichte zuletzt den Roman „Niemandskinder“ (2019) und den Gedichtband „an den hunden erkennst du die zeiten“ (2022, beide im Innsbrucker Haymon Verlag).

Der Anton-Wildgans-Preis wird seit 1962 vergeben. Zu den bisherigen PreisträgerInnen zählen Thomas Bernhard (1967), Ingeborg Bachmann (1971) und Ernst Jandl (1982). Aus Tirol wurden bislang unter anderem Alois Hotschnig (2009), Norbert Gstrein (2013) und Barbara Hundegger (2014) ausgezeichnet. (jole)