Reaktionen zur Salzburg-Wahl: Tiroler SPÖ und NEOS sahen Interna als Verlust-Gründe
Innsbruck, Salzburg – In Tirol haben vor allem SPÖ und NEOS die Verluste, die ihre Parteien bei der Salzburger Landtagswahl eingefahren haben, bedauert. SPÖ-Landesparteivorsitzender Georg Dornauer sagte, dass die "parteiinternen Diskussionen der vergangenen Wochen und Monate die Ausgangslage für die Landtagswahl in Salzburg deutlich schwieriger gemacht", hätten. Auch NEOS-Chef Dominik Oberhofer machte Parteiinterna für das Ergebnis verantwortlich.
Dornauer bedauerte die SPÖ-Stimmenverluste für Spitzenkandidat David Egger "auch aus dem einfachen Grund, dass es womöglich weniger mit der Arbeit vor Ort als mit äußeren Umständen zu tun hat". Dornauer, der seit dem Vorjahr mit der ÖVP in Tirol eine Koalition bildet, wünschte Egger nun ein "gutes Händchen" für die kommenden Gespräche. Der Wahlausgang sei jedenfalls ein "klarer Fingerzeig dahin", dass man als Politik in der "besonders komplexen Krisensituation" gefordert sei.
Oberhofer sieht "hausgemachte Niederlage"
Oberhofer sah in dem pinken Ergebnis in Salzburg eine "hausgemachte Niederlage", wie er erklärte. Dabei nahm er ausdrücklich Spitzenkandidatin Andrea Klambauer aus, diese sei eine hervorragende Kandidatin gewesen. Allerdings hätten sich viele Männer in der NEOS-Landespartei nicht solidarisch hinter ihr versammelt.
Oberhofer gab "internen Streitigkeiten" bei den Salzburger Kollegen die Schuld am Landtags-Ausscheiden und spielte dabei auf Zwistigkeiten in der Stadtpartei sowie den Verlust des Landtagsklubobmannes an die ÖVP an. NEOS-Bundessprecherin Beate Meinl-Reisinger ließ er außen vor, diese trage für das Ergebnis keine Verantwortung, schließlich habe sie auf Bundesebene wesentlich bessere Umfragen vorzuweisen. "Wir Landessprecher in den Ländern müssen uns hingegen hinterfragen und besser werden", sagte Oberhofer.
Mattle sieht Menschen durch "Dauerkrisen verunsichert"
Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) meinte wiederum, dass die Menschen "durch die Dauerkrisen auf der Welt verunsichert" seien und sich Sorgen machten. "Das schlägt sich auf Wahlergebnisse nieder und trifft besonders die Regierenden". Er sei sicher, dass Salzburgs LH Wilfried Haslauer (ÖVP) "mit dem Regierungsauftrag", den er als stärkste Kraft bekommen habe, sorgsam umgehen und das Beste für Salzburg geben werde.
Die FPÖ gratulierte der Salzburger Landespartei erwartungsgemäß, man habe im Wahlkampf auf die "richtigen Themen" gesetzt, sagte FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger. Er wollte nun die FPÖ auf Bundesebene in Regierungsverantwortung sehen: "Das heutige Ergebnis ist ein weiterer Schritt, dass die FPÖ in Österreich die politische Führungsrolle übernimmt und dass Österreich wieder echte Heimat wird, und das geht nur mit einem Bundeskanzler Herbert Kickl", hielt Abwerzger fest. Er wollte einen Rücktritt der Bundesregierung sehen, da sich die Menschen aufgrund der "EU-Sanktionen gegen Russland und des andauernden Wirtschaftskrieges" gegen die Bevölkerung das Leben nicht mehr leisten können.
Grünen-Klubobmann Gebi Mair zeigte sich ebenfalls erfreut, dass die Salzburger Grünen ihre Mandate mit einem "engagierten Wahlkampf für den Klimaschutz auch aus der Regierung" halten konnten. "Die Salzburger ÖVP hat es nun in der Hand, ob Schwarz-blau kommt oder ob sie Gespräche über eine Regierungsbeteiligung mit Klimaschutz führen wollen", sagte Mair. (APA)
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