Von 6. bis 11. Juni

Wir sind nicht allein: Denkanstöße für Krisenzeiten beim Innsbrucker Filmfestival

„Ma mère et moi“ ist beim IFFI im Rahmen der Kurzfilmreihe „Was noch kommt“ zu sehen.
© IFFI

Das 32. Internationale Filmfestival Innsbruck liefert von 6. bis 11. Juni filmische Denkanstöße für das Zusammenleben in Krisenzeiten.

Innsbruck – Ende Mai trifft sich die Filmwelt traditionell in Cannes. Doch weil diese Filmwelt selbst für Cannes zu groß ist, trifft sich ein kleiner Teil davon traditionell schon einige Tage später in Innsbruck. Und auch heuer gilt: Spätestens wenn das Saallicht aus- und der Projektor angeht, verschwimmt der Unterschied zwischen den Festspiel-Palais an der Croisette und dem Leokino in der Anichstraße. Dann geht es nur noch darum, ob das Gezeigte zu berühren vermag, ob es aufrüttelt, fesselt, amüsiert – oder, auch das kommt vor, höllisch aufregt.

Das Internationale Filmfestival Innsbruck (IFFI) findet heuer von 6. bis 11. Juni zum 32. Mal statt. Zum vierten Mal wird das Programm von Anna Ladinig verantwortet. Überschrieben hat sie die heurige Auflage mit „We are not alone!“, was sich, das macht ein gutes Motto aus, auf verschiedene Bedeutungen abklopfen lässt: „Wir sind nicht allein“ kann zumal in krisenhaften Zeiten als solidarische Versicherung gelesen werden. Es ist aber auch Appell an die eigene Verantwortung. Und es deutet an, dass es da draußen immer auch noch anderes gibt, das entdeckt werden will.

Letzteres etwa soll die von Ladinig mit Michael Klingler kuratierte Retrospektive ermöglichen. Gezeigt werden Filme, die den Mensch aus dem Zentrum der Erzählung rücken – der bekannteste: Robert Bressons „Zum Beispiel Balthasar“ (1966), der aus der Perspektive eines Esels erzählt wird. „Angesichts des Klimawandels“, sagt Anna Ladinig, „müssen wir uns überlegen, wie wir in Zukunft leben können und wollen. Diese Filme können mit ihren verschiedenen Herangehensweisen Denkanstöße dazu geben.“

Insgesamt laufen beim IFFI heuer 70 Filme. Der Fokus liegt auf Arbeiten abseits des Mainstreams. Neben dem Spielfilmpreis in Höhe von 5500 Euro, dem Dokumentarfilmpreis (3000 Euro), einem Publikumspreis (3000 Euro) und dem Südwindfilmpreis (1500 Euro) wird heuer erstmals der mit 1000 Euro dotierte Domino-Preis für den besten Kurzfilm vergeben.

Eröffnet wird das 32. Internationale Filmfestival Innsbruck am 6. Juni mit der ukrainischen Komödie „Luxembourg, Luxembourg“ von Antonio Lukich.

Aus aller Welt

Das Internationale Filmfestival Innsbruck findet seit 1992 jährlich statt. Seit 2020 wird es von Anna Ladinig geleitet. Im Vorjahr wurden beim IFFI mehr als 2500 Tickets ausgegeben. Heuer beträgt das Gesamtbudget rund 200.000 Euro.

Das Programm ist 2023 in drei Sektionen eingeteilt – neben den Wettbewerben und der Retrospektive laufen in der Reihe Weltweite Visionen 34 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus aller Welt. Auch die Tiroler Produktion „Mein zweites Haus“ von Bert Walser kommt hier am Sonntag, 11. Juni, 19 Uhr, im Leokino zur Premiere.

Weitere Infos: www.iffi.at