Audi feiert 25 Jahre Kultikone TT Coupé
Das kompakte Sportcoupé und der auf ihm basierende Roadster bescherten der Vier-Ringe-Marke ein Dynamik-Image.
Salzburg – Erst dauerte es etwas, dann ging es recht flott. Rund drei Jahre vergingen zwischen der Vorstellung des TT als Showcar auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt im Jahr 1995 und dem Beginn der Serienfertigung im Jahr 1998. Nur ein Jahr später kam der davon abgeleitete Roadster, die offene Version, in den Handel. Beide fanden zahlreiche Fans, das Design und die sportliche Ausrichtung waren dem Audi-Image rasch zuträglich. Schon die erste Generation durfte auf aufgeladene Vierzylinder-Aggregate zurückgreifen, die ein Leistungsspektrum abdeckten, das von 150 bis 225 PS reichte. Zudem bestand die Option auf einen V6 mit 250 PS.
Allerdings kamen mit dem raschen Erfolg für ein Nischenprodukt auch bald negative Schlagzeilen, befeuert durch Beschwerden. Bei hohen Kurventempi mit Lastwechsel drohte das Heck auszubrechen. Zur Erinnerung: Damals war das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) noch kein Massenprodukt, sondern nur selten in Fahrzeugen verbaut. Audi musste Geld in die Hand nehmen und den TT ab Werk mit ESP ausrüsten, weigerte sich aber zunächst, bereits verkaufte Modelle auf Firmenkosten nachzurüsten. Es folgten ein PR-Desaster, anschließend eine außergerichtliche Einigung sowie eine Entschuldigung seitens des damaligen Audi-Chefs Franz-Josef Paefgen. Für die Vier-Ringe-Marke bedeutete dies hohe Kosten und einen zeitweiligen Imageschaden.
Der dürfte jedoch – im Nachhinein betrachtet – recht glimpflich ausgefallen sein, denn Audi verkaufte trotz der Stabilitäts-Thematik bis Mitte 2006 exakt 178.765 Einheiten des TT Coupé, dazu kamen noch 90.733 Stück des Roadster. Der Erfolg beflügelte die VW-Tochter derart, dass ab 2006 die zweite Coupé-Generation vom Band rollen durfte, ein Jahr später wiederum vom Roadster der zweiten Generation begleitet. Sportliches Highlight dieser Baureihe war die Verwendung eines Fünfzylinder-Turbobenzinmotors mit einer Leistung von 340 bis 360 PS im TT RS beziehungsweise TT RS plus. Zudem bot Audi den TT auch mit einem Selbstzünder (2.0 TDI) an.
Ab 2014 rollte die dritte Generation zu den Markenhändlern – die geschwungene Dachlinie blieb erhalten, technisch rüstete das Modell auf. Erstmals kam das „Virutal Cockpit“ zum Einsatz, ein volldigitales Instrumentarium hinter dem Lenkrad. Dem Fünfzylinder-Top-Benzinmotor trotzten die Techniker sogar 400 PS ab. Als Unterbau verwendete der TT nun den MQB – den modularen Querbaukasten, der VW-konzernweit bevorzugt für Kompaktfahrzeuge in Dienste genommen wurde (und noch immer in modifizierter Form wird).
Audi feiert heuer übrigens nicht nur den TT, sondern auch den Produktionsstandort Györ in Ungarn. Seit 30 Jahren fertigt dort Audi Hungaria Kfz-Teile, bevorzugt Motoren: Bis heute liefen dort mehr als 43 Millionen Motoren vom Band. Dazu kommen fast zwei Millionen Fahrzeuge, wie Audi mit gezeigtem Stolz berichtet. (hösch)
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