Dachstuhl brannte im Ortskern von Gries lichterloh: 13 Bewohner evakuiert
Gegen 1 Uhr wurden die Feuerwehren Gries und Steinach zu einem Brand in Gries gerufen. 13 Bewohner wurden aus dem Gebäue evakuiert, eine Person musste mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus Hall eingeliefert werden.
Gries am Brenner – Ein Dachstuhlbrand löste in der Nacht zum Donnerstag einen Großeinsatz in Gries aus. Daran beteiligt waren auch drei Bundesheer-Soldaten, die die 13 Bewohner des Gasthofs evakuierten. Für die Feuerwehren wurde der Einsatz zum Marathon, da sogar noch am Nachmittag Glutnester zu bekämpfen waren.
Ausgebrochen ist das Feuer im stillgelegten Gasthaus Weißes Rössl gegen ein Uhr. Drei Soldaten der Assistenzkompanie, die die Polizei bei den Grenzkontrollen unterstützt, befanden sich zufällig bei der Feuerwache, als die Sirene aufheulte. Die Männer liefen los und trafen als Erste am Brandort ein. „Zunächst wirkte das Haus unbewohnt, doch als wir begannen, an die Fenster im Erdgeschoß zu klopfen und Lärm zu machen, öffnete sich im oberen Stock ein Fenster“, schilderte Oberwachtmeister Martin R.: „Daraufhin sind wir durch die unversperrte Haustür hinein und haben begonnen, die Personen zu wecken und aus dem Haus zu schicken.“ Auf diese Weise konnten sich die 13 im Haus untergebrachten Arbeiter in Sicherheit bringen. Nur einer dürfte eine leichte Rauchgasvergiftung erlitten haben. Er wurde ins Krankenhaus Hall gebracht. Die Soldaten begannen auch mit den Löscharbeiten. „Das Zimmer stand aber schon in Vollbrand, ein Balken stürzte bereits herab“, erzählt Grundwehrdiener Sebastian V. aus Salzburg: „Da konzentrierten wir uns wieder darauf, alle Personen aus dem Haus zu bringen.“
Wenig später trafen etwa 70 Feuerwehrmänner aus Gries und Steinach beim Gasthof ein. „Der Dachstuhl stand bereits in Vollbrand“, skizzierte der Grieser Kommandant Alois Wieser die Situation. Ausgerüstet mit schweren Atemschutzgeräten, drangen mehrere Männer ins Gebäude ein: einerseits, um noch einmal die Zimmer zu kontrollieren. Weiters versuchten die Feuerwehrmänner, den Brand im Inneren des Gebäudes einzudämmen. Dabei gelang es den Einsatzkräften, bis zum Brandherd vorzudringen. Herabstürzende Balken vereitelten aber weitere Löschversuche, die Männer mussten den Rückzug antreten. „Wir haben aber auch einen Löschangriff von außen mit der Drehleiter begonnen“, sagt Wieser.
Für die Feuerwehrmänner wurde es eine lange Nacht. Erst im Morgengrauen war das Feuer größtenteils gelöscht. Der Einsatz ging aber weiter. „Weil sich noch Glutnester im Dachgebälk befanden, die den Brand jederzeit wieder entfachen hätten können“, so Wieser. Um die Einsatzkräfte zu entlasten, „kam uns die Feuerwehr Obernberg zu Hilfe“, erklärt der Kommandant. Die Brandwache dauerte bis weit in den Nachmittag.
Die Ursache für das Feuer war zunächst ungeklärt. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Das Gebäude wurde schwer beschädigt. Sanitäter des Roten Kreuzes betreuten in der Feuerwehrhalle die Arbeiter. Für sie wurden bereits Ausweichquartiere organisiert.