W:Orte-Festival: Lyrische Zugänge zur Poesie, die überall lauert
Das Internationale Lyrikfestival W:Orte findet vom 26. Mai bis 7. Juni statt.
Innsbruck – Der gängigen Ansicht, Lyrik sei schwierig und dementsprechend schwer vermittelbar, erteilt Gabriele Wild eine klare Absage. „Lyrik“, sagt die Innsbrucker Germanistin, „lauert überall – in allen möglichen und ganz alltäglichen Situationen.“ Es gelte allerdings, einen Zugang zur Poesie der Welt zu schaffen.
Das ist der Kerngedanke des Internationalen Lyrikfestivals W:Orte, das heuer von 26. Mai bis 7. Juni stattfindet. Gabriele Wild hat gemeinsam mit Siljarosa Schletterer und Robert Renk das heurige Programm kuratiert – und mit TT-Redakteurin Verena Langegger bei „Tirol Live“ darüber gesprochen.
📽️ Video | Gabriele Wild in „Tirol Live”
W:Orte – ein gemeinsames Projekt des Literaturhauses am Inn und des Vereins Achtung Kultur – findet heuer zum siebten Mal statt. Das Festival ist mit den Jahren beträchtlich gewachsen. Heuer sind Veranstaltungen in Innsbruck, Telfs, Schwaz und Imst, Hohenems und Wien sowie – erstmals – in Brixen angesetzt. „W:Orte ist das einzige reine Lyrikfestival in Österreich – wir bemühen uns, intensive Festival-Atmosphäre mit internationalen Gästen zu erzeugen“, sagt Wild. Heuer haben sich unter anderem die belarussische Autorin Volha Hapeyeva und Luljeta Lleshanaku aus Albanien angekündigt. Eröffnet wird das Festival von Bachmannpreisträgerin Nora Gomringer und Philipp Scholz mit „VorW:Orten“ im Literaturhaus am Inn (26. Mai), tags darauf lesen unter anderem Robert Schindel und Michael Köhlmeier in der Innsbrucker Stadtbibliothek
. Das inzwischen auch erfolgreich ins Wiener „Porgy & Bess“ exportierte Format „klang_sprachen“, bei dem sich Lyrik und zeitgenössische Orchestermusik gegenseitig befruchten, bestreiten heuer das Tiroler Kammerorchester Innstrumenti und der Schweizer Dichter Raphael Urweider am 2. Juni im Innsbrucker Treibhaus.
Mikael Vogel, vielbepreister Lyriker aus Berlin, bietet am Samstag, 3. Juni, im Haus der Begegnung Innsbruck einen Schreibworkshop zu „eco poetry“ an. Noch sind Anmeldungen dafür möglich. „Vogel hat sich bereits in früheren Arbeiten mit dem Aussterben von Arten beschäftigt“, erklärt Gabriele Wild, „ein hochpolitisches Thema, das auch zeigt, dass Lyrik die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen nicht scheut und Beiträge zu drängenden Fragen leistet“. (TT)
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