📸 Bilder der prunkvollen Hochzeit

Kronprinz Hussein heiratet und Jordanien schmeißt eine Party

Die Architektin Radschwa al Seif (nun al-Hussein) und ihr Gatte Kronprinz Hussein bin Abdullah sind nun vermählt.
© APA/AFP/Jordanian Royal Palace

Nach einer Palastfehde ist die Trauung auch ein Anlass für die royale Familie, das jordanische Volk hinter dem künftigen König zu versammeln. Zu der Feier kamen hochkarätige Gäste, unter anderem auch Prinz William und Prinzessin Kate aus dem Hause Windsor.

Amman – Ein strahlendes Brautpaar und hochkarätige Gäste: Jordaniens Kronprinz Hussein bin Abdullah hat bei einer prunkvollen Zeremonie Radschwa Al Saif geheiratet. Zu der Hochzeit in der Hauptstadt Amman kamen unter anderem der britische Thronfolger Prinz William und seine Frau Prinzessin Kate, der niederländische König Willem-Alexander sowie die amerikanische First Lady Jill Biden. Radschwa, nun Prinzessin und dem neuen Namen al-Hussein ausgestattet, trug zu der Feier am Donnerstag ein langärmeliges weißes Kleid mit Tiara und langer Schleppe.

Bilder der prunkvollen Zeremonie

Das Hochzeitspaar während der Zeremonie.
Zahlreiche Gäste, darunter viele aus Königshäusern aus dem Ausland, waren nach Amman auf die Hochzeit geladen.
Das jordanische Königspaar und Eltern von Hussein al Abdullah: König Abdullah II und Königin Rania.
Kronprinzessin Mary aus Dänemark mit Ehemann Frederik mit dem jordanischen Königspaar.
Prinzessin Kate und Prinz William aus dem Hause Windsor.
Auch Schweden war da: mit Kronprinzessin Victoria und Ehemann Prinz Daniel.
US-First Lady Jill Biden mit Tochter Ashley.

Ihr 28-jähriger Ehemann ist der älteste Sohn des Königs Abdullah II. und seiner Frau Rania. Im Jahr 2009 ernannte sein Vater ihn, damals noch ein Teenager, zum Kronprinzen. Mehrere Jahre zuvor hatte König Abdullah II. seinem jüngeren Halbbruder, Prinz Hamsa, den Titel entzogen, das Amt blieb in der Zwischenzeit unbesetzt.

Drama im Königshaus

Vor zwei Jahren vereitelte die Königsfamilie eigenen Angaben zufolge ein Komplott gegen den seit 1999 amtierenden Abdullah II., das vom früheren Thronfolger Prinz Hamsa ausgegangen sein soll. Der heute 43-Jährige wurde unter Hausarrest gestellt. Prinz Hamsa, der dem König zunächst vorgeworfen hatte, mit Festnahmen und Drohungen gegen seine Kritiker vorzugehen, bat schließlich um Vergebung. Er habe Hamsas Verhalten zunächst entschuldigt in der Hoffnung, dass dieser reife, betonte der König später in einem Schreiben an die Öffentlichkeit. Er sei aber enttäuscht worden.

In dem Fall wurden auch der frühere Finanzminister und Ex-Chef des königlichen Hofes, Bassim Auadallah, sowie ein Verwandter der Königsfamilie zu jeweils 15 Jahren Haft verurteilt. Beiden Männern werden Verbindungen nach Saudi-Arabien nachgesagt. Jordanien sprach vage von „ausländischen Parteien", die an dem Komplott beteiligt gewesen sein sollen. Offiziell stellte sich Saudi-Arabiens Königshaus damals hinter Jordaniens Herrscher.

Nach der Palastfehde, die den Hof schwer erschüttert hat, will das Königshaus mit der Heirat nun auch ein Zeichen der Stabilität setzen und die Beziehungen mit Riad festigen. Husseins Braut Radschwa stammt aus Saudi-Arabien und ist eine Verwandte des Königshauses des einflussreichen Golfstaats. Spekulationen arabischer Medien, auch Saudi-Arabiens Kronprinz und faktischer Herrscher, Mohammed bin Salman, könne zu dem Fest kommen, stellten sich als falsch heraus.

Hussein heiratete Radschwa in einem Pavillon im Gartes des Zahran-Palasts, wo sich vor 30 Jahren bereits seine Eltern das Jawort gegeben hatten.

Hochzeit wurde zum Nationalfeiertag erklärt

Der in Jordanien beliebte Kronprinz, der in den USA Geschichte studiert hat, tritt seit einigen Jahren vermehrt öffentlich in Erscheinung und begleitet seinen Vater etwa bei offiziellen Terminen. Während der Trauung hatte er eine Militäruniform an, ähnlich derer, die sein Vater einst bei seiner Hochzeit trug.

Das Königshaus ließ den Tag zum Nationalfeiertag erklären, damit die Bürger an den zahlreichen Festen im Land teilnehmen konnten. Viele Jordanier feierten, als ob jemand aus ihrer eigenen Familie heirate, kommentierten jordanische Medien. Tausende Menschen jubelten dem winkenden Brautpaar zu, das nach der Trauung per Kolonne zu einem anderen Palast in der Stadt fuhr.

In den sozialen Medien gab es aber auch kritische Stimmen. Die Feier sei sehr kostspielig, während das Land wirtschaftliche Probleme habe, monierten einige Jordanier etwa. (dpa)