Dynamik am Berg ändert sich

Kleiner Teil der „Insel“ oberhalb des evakuierten Dorfes Brienz abgebrochen

Blick auf das Dorf und den „Brienzer Rutsch“.
© www.picturedesk.com

Bern – Im absturzgefährdeten Berghang über dem evakuierten Brienz/Brinzauls in der Schweiz hat sich am Dienstag ein Felssturz ereignet. Experten erwarten einen Wechsel in der Dynamik am Berg, allerdings mit unklarer Richtung.

„Aus der Basis der Insel hat sich ein etwas größeres ganzes Kompartiment gelöst“, sagte der Brienzer Medienverantwortliche Christian Gartmann auf Anfrage zu Medienberichten. Die Insel ist ein besonders exponierter Teil des bergsturzgefährdeten Hanges.

„Ganz klar keine Überraschung“

Die abgestürzten Felsen seien im Geröllfeld unterhalb des Berghanges liegen geblieben. „Das ist eine gute Entwicklung, dass ist das, was man sich erhofft“, erklärte Gartmann. Das Ereignis sei „ganz klar keine Überraschung“, habe doch die Rutschgeschwindigkeit des Gesteins wieder stark zugenommen.

Nun erwarten die involvierten Experten am Berg einen Prozesswechsel. Unklar ist laut dem Mediensprecher, in welche Richtung die Veränderung gehen wird.

Die Blockschläge hätten weiter zugenommen, twitterte die Gemeinde Albula/Alvra, zu der Brienz gehört. Noch immer könne aber nicht gesagt werden, ob es zu Felsstürzen, einem Bergsturz oder einem Schuttrom komme. „Die Evakuierung kann noch lange andauern“, so die Gemeinde.

Als Felssturz werden Gesteinsabbrüche mit einem Gesamtvolumen von mindestens 100 Kubikmetern bezeichnet. Erst ab einer Millionen Kubikmeter Gestein wird aus dem Felssturz ein Bergsturz. (APA/sda)

🔗 Mehr zum Thema:

undefined

Gefahr ist zu groß

Riesige Felsmassen bedrohen Schweizer Dorf: Bewohner müssen gehen

undefined

Nach Bergsturz in Galtür

Brüchige Berge, Klima-Kipppunkt: Diese Gefahren gehen von tauendem Permafrost aus