„Die Peniskanone auf der Bühne fehlt“: Rammstein-Fans zeigten Vorwürfen den Mittelfinger
Die umstrittene Band Rammstein gastiert in Wien. Empfangen wurden Fans von AktivistInnen. Ein Lokalaugenschein am Stadion.
Wien – Ein gutes Konzert beginnt für Fans auf der Hinfahrt zum Stadion. Rammsteins „Engel“ pfeift am Ende des Zugs Richtung Wien aus einem Handylautsprecher. Dosenbiere klicken im Akkord, die schwarzen Fanshirts werden zurechtgezupft. Es geht ums Einstimmen auf die Show, weiß der Handybesitzer, der seine Truppe – drei Mittzwanziger, die ihre Namen lieber nicht in der Zeitung lesen wollen – und den Rest des Waggons mit den Hits der deutschen Brachialrocker beschallt. Er war 2019 schon in München und Prag dabei. Und jetzt im Ernst-Happel-Stadion. Es ist der erste von zwei Auftritten der Band in Wien. Insgesamt werden am Mittwoch- und Donnerstagabend 110.000 BesucherInnen erwartet.
Was sich seit 2019 verändert hat? „Die Peniskanone auf der Bühne fehlt!“, antwortet der Kollege gegenüber prompt. Die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs hinter und unter der Bühne, welche Frauen seit Ende Mai, zuletzt direkt aus Österreich äußern, kenne man, ja. Glauben sei aber eine andere Sache. Für den beschuldigten Frontsänger Till Lindemann, darauf berufen sich die meisten der Fans auch direkt vor dem Stadion gern, gilt die Unschuldsvermutung.