Kommentar
Die Rechten scheitern in der EU am Nationalismus
Die EU muss aufgelöst werden! Das hatte die rechtsnationale und in Teilen rechtsextreme AfD in Deutschland noch im Entwurf für ihren Leitantrag zur Europawahl gefordert. Ein Versehen, hieß es nun. Stattdessen ist jetzt von Neugründung die Rede. Die – noch halbwegs gemäßigte – Parteispitze hat sich durchgesetzt, eine derartige Deutlichkeit hätte dann doch zu viele potenzielle Wähler abgeschreckt. Also wird umschrieben, was Ziel ist. Ein Europa, das den Deutschen alle wirtschaftlichen Vorteile der EU erhält, jegliche Solidarität und grenzüberschreitende Verantwortung aber negiert – oder in AfD-Sprech gesagt: eine europäische Wirtschafts- und Interessensgemeinschaft. Wobei der Schwerpunkt auf den Interessen Deutschlands liegt.