Tag der Jugend: Über die Sorgen der Jungen und wie ihnen in Tirol geholfen wird
Viel beneidet, oft kritisiert: Nicht immer ist das Verständnis für die Jugend groß. Dabei hat es die „Generation Z“ zurzeit auch nicht gerade leicht – die Österreichische Gewerkschaftsjugend plädiert für Umsichtigkeit. Wie geht es den Jungen am Tag der Jugend und was tut das Land Tirol zur Förderung der nachkommenden Generationen?
Innsbruck – Am 12. August ist Internationaler Tag der Jugend? Aber was heißt das? Es geht nicht etwa um die Geheimnisse der „ewigen Jugend“ oder die Melancholie der mehr oder weniger liebevoll als „Boomer“ bezeichneten Nachkriegsgeneration. Vielmehr werden am Internationalen Tag der Jugend die Chancen und Bedürfnisse der „Generation Z“ (Menschen, die zwischen 1997 und 2012 geboren wurden und heute zwischen 11 und 26 Jahre alt sind) beleuchtet.
ÖGJ appelliert: „Nehmt die Sorgen und Ängste der Jugend ernst“
Junge Menschen trifft die Krisen der letzten Jahre besonders schwer: „Immer mehr Jugendliche in Tirol haben große Sorgen und Ängste, was ihre Zukunft betrifft“, zeigt sich Bianca Gassler, Vorsitzende der ÖGJ (Österreichische Gewerkschaftsjugend) besorgt. Die Folgen sind oft psychischer Natur: Essstörungen und Depressionen nehmen zu. Junge Frauen, Lehrlinge und Menschen mit Migrationshintergrund sind besonders belastet. Jeder zweite Lehrling in Tirol leider an einer depressiven Erkrankung, so der Bericht.
Wie die Tiroler Tageszeitung jüngst berichtete, beschäftigt die Jungen vor allem die Teuerung infolge der steigenden Inflation und der Krieg in der Ukraine – gefolgt von den Auswirkungen des Klimawandels. Sie fühlen sich oft überfordert und befürchten schlechte Zukunftsperspektiven.
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Jugendbericht präsentiert
Eigenheim, Klimawandel, Teuerung: Das sind die Wünschen und Sorgen der Jugendlichen
„Die Teilnahme am sozialen Leben wird für Jugendliche immer schwieriger. Sei es ein Kinobesuch am Wochenende oder ein Abendessen mit Freunden – die immens steigenden Kosten machen es für junge Menschen fast unmöglich, mit ihrem Einkommen auszukommen“, zeigt Gassler die Auswirkungen der Teuerung auf.
Überforderung und psychische Belastung – was tut das Land?
Es gibt also viel Handlungsbedarf – auch vonseiten der Regierung, meint Tirols ÖGB-Jugendsekretärin Sandra Hofer. „Eine Investition in die Jugend ist eine Investition in die Zukunft“, sagt sie und fordert mehr finanzielle Mittel für Jugendeinrichtungen sowie Jugendzentren.
In Tirol würden außerdem Kapazitäten für Psychotherapie, funktionelle Therapie sowie kinder- und jugendpsychiatrische Angebote fehlen: „Die Kostenübernahme muss vollständig gesichert sein“, fordert Hofer.
💡 Förderungen des Landes im Überblick
- Jugendbeirat berät die Tiroler Landesregierung
- Jugendzentren wie das InfoEck der Generationen bieten Hilfestellungen zu den Themen Arbeit, Bildung und Jugendschutz
- Mobile Jugendarbeit wird von Experten und Expertinnen mit entsprechender Ausbildung verrichtet
- Veranstaltungen und Workshops wie der Jugendredewettbewerb zur Förderung junger Potenziale
Details zu Förderungen des Land Tirol finden Sie hier.
Lange gefordert: Sozialarbeit in Schulen wird ausgeweitet
Dass die Sozialarbeit in Schulen ausgebaut wird, darauf wartet die ÖGJ schon lange. Schulsozialarbeiter und Schulpsychologinnen würden eines der wichtigsten Bindeglieder zwischen Jugendlichen und Erwachsenen darstellen, erläutert Tirols ÖGB-Vorsitzender Philip Wohlgemuth.
Im Juli dieses Jahres ist es dann so weit: Ein entsprechender Antrag wurde in der Landtagssitzung eingebracht und einstimmig angenommen. Vom Land heißt es dazu: „Um weitere qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die behördliche Sozialarbeit zu gewinnen, hat das Land Tirol ein neues Traineeprogramm eingeführt. Es sieht eine einjährige Mitarbeit an den Bezirkshauptmannschaften vor – insbesondere in der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Behindertenhilfe."
Bei den 80 Tiroler Schulen, an denen solche Angebote aktuell existieren, handelt es sich überwiegend um Volks- und Mittelschulen. Berufsschulen seien bisher unterrepräsentiert, über die Situation für Lehrlinge – die ja besonders von Depressionen betroffen sind – ist bisher nichts bekannt. Vielleicht ist der Tag der Jugend ja ein guter Anlass, um dies zu überdenken und die Sorgen junger Heranwachsender ernster zu nehmen. (TT.com)