19-Jährige mit Auto zwischen Muren auf Kaunertaler Gletscherstraße eingeschlossen
In weiten Teilen Tirols gingen am Samstagabend kräftige Gewitter nieder. Die Kaunertaler Gletscherstraße wurde gleich von zwei Muren verlegt und ein Auto dazwischen eingeschlossen. In Innsbruck traf ein Blitz ein Gebäude.
Kaunertal – Großes Glück hatte eine 19-jährige Autofahrerin am Samstagabend auf der Kaunertaler Gletscherstraße. Die Österreicherin wurde mit ihrem Pkw zwischen zwei Muren eingeschlossen.
Im Zuge der starken Gewitter ging gegen 21.30 Uhr eine rund 40 Meter breite und zwei Meter hohe Mure auf die Kaunertaler Gletscherstraße ab. Etwa 800 Meter weiter taleinwärts suchten sich die Erdmassen mit einem großen Stein ihren Weg erneut in Richtung Tal. Dazwischen befand sich der Pkw der 19-Jährigen und wurde eingeschlossen. Die Österreicherin konnte sich laut Polizei in einem Haus in der Nähe in Sicherheit bringen und blieb unverletzt. Sie soll dort auch die Nacht verbracht haben. Das Auto wurde nicht beschädigt.
Hinweise auf weitere beteiligte Fahrzeuge oder abgängige Personen gab es nicht. Die Kaunertal Straße (L18) blieb bis Sonntagvormittag gesperrt. Die Kaunertaler Gletscherstraße, eine Privatstraße der Kaunertaler Gletscherbahnen, bleibt ab der Mautstelle bis mindestens Sonntagabend für den gesamten Verkehr weiterhin gesperrt. Die Aufräumarbeiten sind laut Polizei voll im Gange.
Überflutete Keller und Blitzeinschlag
Laut Feuerwehr mussten die Einsatzkräfte zu weiteren Einsätzen im Kaunertal sowie in Umhausen, Zams und Silz ausrücken. So mussten einige Keller ausgepumpt werden, auch Garagen und Einfahrten waren geflutet.
Die Gewitter führten außerdem in Innsbruck zu einem Blitzeinschlag in ein Gebäude. Laut Leitstelle Tirol wurde ein Glühen am Dach gemeldet, zu einem Brand kam es aber nicht. Auch in Jerzens schlug ebenfalls ein Blitz in ein Gebäude ein.
Am Samstagabend gingen in weiten Teilen Tirols kräftige Gewitter nieder, die Österreichische Unwetterzentrale gab für mehrere Bezirke Warnstufe Rot aus. Auch am Sonntag ist wieder mit Gewittern zu rechnen. Zunächst scheint häufig die Sonne und es zeigen sich nur dünne Wolkenfelder. Im Tagesverlauf entstehen in der feucht-labilen Luft größere Quellwolken, die nachmittags bis abends einige Wärmegewitter hervorbringen können.
📽️ Video | Gewitter in Zirl:
Gewitterzelle sorgte für viele umgestürzte Bäume in Salzburg
Eine Gewitterzelle zog am Samstag gegen 20 Uhr über die Stadt Salzburg und sorgte für 111 Feuerwehreinsätze. Die Einsatzkräfte waren die ganze Nacht gefordert, die Schäden von dem kurzen, heftigen Sturm von nur rund 15 Minuten zu beseitigen. Die orkanartigen Böen haben laut Feuerwehr viele Bäume abgerissen und umgeworfen.
Am Flughafen kippten die starken Windböen ein Flugzeug auf. In das Große Festspielhaus trat Wasser ein, es gab wegen eines undichten Daches für manche Premierengäste eine Viertelstunde vor dem Ende der Verdi-Oper „Falstaff“ eine kalte Dusche. (TT.com)
Grundwasser in Trafostation: Kurzzeitige Stromausfälle in Klagenfurt
Klagenfurt – Nach wie vor hohes Grundwasser nach Unwettern mit Hochwasser hat am Sonntag für zwei Stromausfälle in Klagenfurt gesorgt. Weil Grundwasser in unterirdische Trafostationen eindrang, gab es Kurzschlüsse und Verpuffungen. Anrainer im Stadtteil Welzenegg hatten in der Früh einen lauten Knall gemeldet. Dort waren 200 Haushalte von dem Stromausfall betroffen, das Problem wurde innerhalb von 20 Minuten behoben. Zu Mittag kam es zu einem zweiten Zwischenfall.
Dieses Mal war der Stadtteil Waidmannsdorf betroffen. 800 Haushalte waren hier vorübergehend ohne Strom. Die Behebung der Schadstelle dauerte rund 40 Minuten, sagte Stadtwerke-Sprecherin Kristin Kretzschmar-Neubacher zur APA. Im Zusammenhang mit dem aktuellen Hochwasser seien dies die ersten beiden Vorfälle dieser Art gewesen. "Unsere Teams sind die ganze Zeit unterwegs und pumpen das Wasser ab. Wir hoffen, dass es zu keinen weiteren Zwischenfällen kommt", so die Sprecherin.