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Plötzlich ist man Beklagter

Eine Klagszustellung erfordert eine überlegte Reaktion.
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Rechtsanwalt Markus Gredler erklärt, welche Schritte Sie als Beklagte(r) nach Zustellung einer Klage ergreifen können beziehungsweise sollen.

Ihr Nachbar/Ihre Nachbarin wirft Ihnen vor, Sie hätten seinen/ihren Zaun beschädigt. Sie lehnen die Forderung Ihres Nachbarn/Ihrer Nachbarin, Schadenersatz zu bezahlen, ab. Wenige Wochen später erhalten Sie ein Schreiben des Gerichtes – Ihr Nachbar/Ihre Nachbarin hat eine Klage gegen Sie eingebracht. Für Sie heißt es nun vorrangig, einen kühlen Kopf zu bewahren und entsprechend auf die Klage zu reagieren. Machen Sie niemals den Fehler, die Klage zu ignorieren – dies wäre nur zu Ihrem Nachteil.

Ist die Klage des Nachbarn/der Nachbarin auf die Zahlung eines Geldbetrages gerichtet, wird Ihnen ein sog. bedingter Zahlungsbefehl zugestellt. Sie können gegen diesen binnen vier Wochen ab Zustellung Einspruch erheben, wodurch der Zahlungsbefehl außer Kraft tritt. Das ordentliche Verfahren wird eingeleitet und durch das Gericht geprüft, ob der Anspruch zu Recht besteht.

Wird der Einspruch nicht oder nicht rechtzeitig erhoben, wird der bedingte Zahlungsbefehl rechtskräftig und kann damit im Rahmen einer Exekution vollstreckt werden.

„Machen Sie niemals den Fehler, die Klage zu ignorieren – dies wäre nur zu Ihrem Nachteil.“

RA Mag. Markus Gredler

Ist die Klage Ihres Nachbarn/Ihrer Nachbarin sowohl auf die Zahlung eines Geldbetrages als auch z. B. auf Unterlassung künftiger Beschädigungen gerichtet, wird Ihnen eine sog. Volltextklage zugestellt. Darin muss ausgeführt werden, welcher Sachverhalt der Forderung zugrunde liegt und welche Ansprüche geltend gemacht werden. Liegt der Streitwert über 15.000 Euro, ist das Landesgericht zuständig. Sie müssen sodann binnen vier Wochen eine Klagebeantwortung einbringen, wobei Sie von einem Rechtsanwalt/einer Rechtsanwältin vertreten sein müssen.

Liegt der Streitwert unter 15.000 Euro, ist das Bezirksgericht zuständig. Auch in diesem Fall ist es sinnvoll, bereits vor der ersten Verhandlung einen Schriftsatz einzubringen. Ab einem Streitwert von 5.000 Euro müssen Sie auch beim Bezirksgericht anwaltlich vertreten sein.

Sollte Ihnen eine Klage zugestellt werden, vereinbaren Sie zeitnah einen Termin bei Ihrem Rechtsanwalt/Ihrer Rechtsanwältin. Dieser vertritt Ihren Rechtsstandpunkt und wahrt Ihre Interessen im Gerichtsverfahren. Bringen Sie zum Erstgespräch unbedingt die Klage sowie allenfalls weitere vorhandene Unterlagen mit.

Kontakt: RA Mag. Markus Gredler

info@geisler-gredler.at, www.dengg-geisler-gredler.at

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