260 Leichen auf Festivalgelände

Hamas-Angreifer verwandelten Festival in Massaker: 260 Leichen in Israel entdeckt

Journalisten verstecken sich hinter Autos, Soldaten bekämpfen die Angreifer aus Palästina.
© OREN ZIV

Ein friedliches Musikfestival nahe des Gaza-Streifens verwandelte sich in ein Blutbad: Angreifer der Hamas schossen wahllos auf fliehende Besucher des Festivals. Mindestens 260 überwiegend junge Menschen sollen getötet worden sein. Die Hamas hat in Israel auch zahlreiche Ausländer getötet.

Israel – Nach dem Großangriff der islamistischen Hamas aus dem Gazastreifen haben Einsatzkräfte allein auf einem Festival-Gelände in Israel bisher mindestens 260 Leichen gefunden. Das berichtete die Nachrichten-Website Ynet unter Berufung auf den Rettungsdienst Zaka am Sonntagabend. Hamas-Kämpfer attackierten am Samstag die Teilnehmer eines Musikfestivals nahe der Grenze zum Gazastreifen und verschleppten auch zahlreiche Menschen von dort in den Gazastreifen.

Medien zitierten Augenzeugen, die von einem Massaker sprachen. Im Netz kursieren Videos, die zeigen sollen, wie die Feiernden vor den Schüssen der Angreifer fliehen.

Augenzeugin Tal Gibly erzählte erschüttert gegenüber CNN: "Wir konnten uns nirgendwo verstecken, weil wir uns auf einem offenen Platz befanden. Alle gerieten so in Panik und begannen, ihre Sachen zu nehmen."

Die Besucher liefen alle panisch zu ihren Autos und versuchten, zu flüchten. Die Menschen verstreuten sich in ihrer Panik in alle Richtungen. Dauerfeuer hallte währenddessen über das Gelände. Die Terroristen schossen den Schilderungen zufolge wahllos in die Menge.

Mehrere Menschen verschleppt, viele Ausländer getötet

Einige Familien, die seit dem Massaker kein Lebenszeichen mehr von ihren Angehörigen erhalten haben, haben bereits Kontakt mit den Behörden und Medien aufgenommen. Es sollen mehrere Menschen verschleppt worden sein. Eine deutsche Familie berichtet gegenüber der Bild-Zeitung, dass sie ein Video erhalten hätten, indem eine verwandte junge Frau von den Hamas-Angreifern entführt wurde. Seither gab es kein Lebenszeichen mehr von der Deutschen.

Bei dem Angriff der islamistischen Hamas auf Israel sind auch zahlreiche Ausländer getötet worden. Zehn Nepalesen seien getötet worden, teilte die nepalesische Botschaft in Tel Aviv mit. Auch zwölf Thailänder seien getötet worden, hieß es aus dem Außenministerium in Bangkok. "Mehrere US-Bürger" seien getötet worden, hieß es aus Washington. Auch eine Französin ist unter den Opfern. Das Außenministerium in Kiew versucht indes den Tod von drei Ukrainern zu verifizieren.

Die getöteten Nepalesen hatten auf einem Bauernhof im Kibbuz Alumim in der Nähe von Gaza gearbeitet. Sie seien Teil eines Programms der israelischen Regierung gewesen, im Zuge dessen nepalesische Studierende mehrere Monate lang landwirtschaftliche Arbeit in Israel verrichten können, hieß es weiter seitens der nepalesischen Botschaft. Man suche zudem nach mindestens einer vermissten Person. Mindestens vier weitere Nepalesen seien verletzt worden. Für Menschen aus dem armen Himalaya-Land Nepal ist das viel reichere Israel ein beliebtes Land zum Arbeiten. Rund 4500 Nepalesen seien dort als Hausangestellte oder Altenpfleger tätig, teilte Außenminister Narayan Prakash Saud mit. 265 weitere seien Teil des Landwirtschaftsprogramms der israelischen Regierung.

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Die thailändische Botschaft in Israel habe durch die Arbeitgeber der Opfer von deren Tod erfahren. Die Regierung bereite die Evakuierung ihrer Landsleute vor. Wie die Sprecherin weiter mitteilte, wurden seit Beginn des Großangriffs der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas am Samstagmorgen weitere acht Thailänder verletzt. Zudem seien elf thailändische Staatsbürger von der Hamas verschleppt worden. Der Sprecherin zufolge stehen Flugzeuge der thailändischen Luftwaffe bereit, um ihre Staatsangehörigen nach Hause zurückzuholen. Weitere Einzelheiten nannte sie zunächst nicht.

Nach Angaben des Arbeitsministeriums in Bangkok leben rund 30.000 thailändische Arbeiter in Israel. Viele von ihnen sind in der Landwirtschaft beschäftigt. Laut Arbeitsminister Phiphat Ratchakitprakarn haben die israelischen Streitkräfte damit begonnen, die thailändischen Staatsangehörigen aus den Gefahrenzonen in Sicherheit zu bringen. Im thailändischen Fernsehen sagte der Minister, in den derzeit umkämpften Gebieten hielten sich "etwa 5000 thailändische Arbeiter" auf. Für eine Rückkehr nach Thailand hätten sich derzeit 1099 Menschen angemeldet.

Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA bestätigte am Sonntag (Ortszeit) den Tod "mehrerer US-Bürger" und sprach den Opfern und ihren Familien sein Beileid aus. Weitere Details nannte er nicht. (APA/dpa)

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