Oft vernachlässigt

Auch die Mutter gehört bemuttert: Diese Speisen spenden im Wochenbett Kraft

Symbolbild.
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Nähren, wärmen, stärken – was Mütter ihren Babys geben, brauchen sie auch selbst: welche Speisen im Wochenbett Kraft spenden.

Innsbruck – Das Wochenbett – die ersten sechs bis acht Wochen nach der Entbindung – ist eine ganz besondere Zeit für Mutter und Kind. Sie wird aber oft unterschätzt. „Vor allem Erstgebärende haben manchmal keine Vorstellung davon, wie intensiv das sein kann“, sagt die Hebamme und Diätologin Therese Sprenger. Doch „je mehr Unterstützung Frauen in dieser Zeit haben, je mehr sie umsorgt werden, desto weniger Komplikationen gibt es. Etwa beim Stillen oder beim Heilungsprozess.“

Dass die Verwandtschaft oder das Dorf für junge Mütter kocht, ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Es fehlt oft schlicht an der Zeit. Und auch nicht jeder Vater kann oder will sich einen Papamonat nehmen.

Während das Baby meist bestens versorgt ist, vernachlässigen sich junge Mütter notgedrungen oft selbst. Obwohl sie womöglich von einer schwierigen Geburt komplett ausgelaugt sind.

Abwechslungsreiche Ernährung wichtig

Es brauche im Wochenbett zwar keine spezielle Diät, „aber eine abwechslungsreiche Ernährung mit regelmäßigen Mahlzeiten, abgestimmt auf Vorlieben und Gewohnheiten, ist empfehlenswert“, so die Diätologin, die zu viel Obst, Gemüse, Nüssen und Vollkornprodukten rät. Bei stillenden Müttern ist nicht nur der Bedarf an Flüssigkeit und an vielen Vitaminen und Mineralstoffen wie Eisen erhöht, „es besteht auch ein Mehraufwand an Energie von rund 500 kcal.“

Eine Luxus-Verpflegungsvariante bietet da etwa die Wochenbettküche von Laura Geiter (www.recharging-kitchen.com). Die Köchin kommt zu ihren Kundinnen nachhause, um dort frisch vor Ort „nährende und stärkende“ Speisen zuzubereiten. Geiter orientiert sich dabei an der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM): „Dass Ingwer oder Zimt wärmend sind, ist bekannt. Laut TCM haben alle Lebensmittel eine thermische Wirkung“, erklärt die 32-Jährige, die ihre Küche individuell auf die Wünsche und Bedürfnisse der Mütter abstimmt – und von der Planung über die Zubereitung bis hin zum Wegräumen alles übernimmt. „Es geht um Versorgung und Entlastung, um Fürsorge“, so Geiter, die eng mit Hebammen zusammenarbeitet. Da sie zudem ausgebildete Elementarpädagogin ist, dürfen auch Geschwister beim Kochen mithelfen, und „Mütter haben Zeit für eine kurze Dusche“.

Stundenlang gekochter Reis als leichte Mahlzeit

Für die ersten drei Tage nach der Entbindung empfiehlt Geiter etwa Reis, der mit der acht- bis zwölffachen Menge an Wasser gekocht wird. „Durch die stundenlange Kochzeit braucht der Körper fast keine Energie mehr für die Verdauung.“ Der Reis werde u. a. mit gerösteten Nelken, Kurkuma und Vollrohrzucker gewürzt. Süßes sei generell nährend und wärmend – als Snack am besten in Form von Datteln oder Feigen.

Laut TCM sollten Obst und Gemüse im Wochenbett stets gekocht werden, Früchte – auch Trockenfrüchte – z. B. in Hafer- oder Hirsebreien, Gemüse in Suppen oder Eintöpfen. Zu einer kräftigenden Hühnersuppe raten sowohl Geiter als auch Sprenger.

Laut der Diätologin spricht auch nichts gegen eine vegane oder vegetarische Ernährung, wenn „dabei alle Nährstoffe abgedeckt werden“. Und Geiter sagt: „Es gibt keine Einschränkungen in der Wochenbettküche.“

Keine Sorgen bräuchten sich Mütter auch darüber zu machen, ob bestimmte Lebensmittel wie etwa blähende Gemüsesorten die Verdauung von Babys belasten oder Zitronen einen wunden Po machen. „Das ist wissenschaftlich nicht belegt“, so Sprenger. Geiters Wochenbettküche bezeichnet sie als „einen Traum“ für junge Mütter, „es stellt sich aber die Frage nach der Leistbarkeit“. Viele könnten sich kaum den Hausbesuch einer Hebamme leisten.

Sie empfiehlt, im Vorfeld gut zu planen, vorzukochen und einzufrieren.

TCM-Gemüsekraftsuppe für fordernde Zeiten

Rezept von www.recharging-kitchen.­com.
© Geiter

Zutaten für ca. zwei Liter TCM-Gemüsekraftsuppe: Drei Liter Wasser, drei große Karotten, eine große Petersilwurzel, halbe Sellerieknolle, halbe Stangensellerie, halbe Stange Lauch, halbe Zwiebel (mit Schale), zwei Shiitakepilze, drei Wacholderbeeren, zwei Lorbeerblätter, ein halber TL Kreuzkümmel, ein halber TL Koriandersamen, ein EL Gojibeeren, ein halber TL Bockshornkleesamen, drei Medjoul-Datteln, zwei TL Salz, frischer Ingwer (ein cm), eine Handvoll Petersilie.

Zubereitung: Gemüse in grobe Stücke schneiden – bei Bio-Gemüse gerne mit Schale – und ins kochende Wasser geben. Nach 20 Min. Kochen die Temperatur zurückdrehen und zugedeckt 4 Stunden auf niedriger Stufe köcheln lassen. Suppe abseihen, bei Bedarf nachwürzen.

Pur, mit Einlage oder als Basis für Eintöpfe genießen.