Grenzübergang Rafah

Nach wie vor Warten auf Öffnung von Grenze für Gaza-Hilfslieferungen

Der Grenzübergang Rafah soll geöffnet werden.
© APA/AFP/MOHAMMED ABED

UNO-Generalsekretär António Guterres ist nahe Rafah eingetroffen. Zunächst sollen nur 20 Lkw mit Hilfsgütern in den Gazastreifen einfahren dürfen, benötigt werden laut UNO 2000.

Kairo, Washington – Nachdem es schon nach dem heutigen Freitag ausgesehen hatte: Die dringend benötigte Lieferung von Hilfsgütern in den abgeriegelten Gazastreifen dürfte laut der UNO erst im Laufe der nächsten Tage über den Grenzübergang Rafah von Ägypten aus anlaufen. Davon geht UNO-Nothilfekoordinator Martin Griffiths aus, erklärte ein Sprecher seines Büros am Freitag in Genf. Seine genaue Formulierung in der Früh war, die erste Lieferung sollte „im Laufe des nächsten Tages oder so“ beginnen.

Griffiths ist wie auch UNO-Generalsekretär António Guterres im Norden Ägyptens, nahe dem Grenzübergang Rafah, um die Koordination der Lieferungen voranzutreiben. Die Verhandlungen liefen auf Hochtouren, sagte der Sprecher.

Vor dem Grenzübergang stehen schon länger jede Menge Lastwagen mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten. Ägypten hält den Übergang bisher geschlossen und nennt als Grund dafür ungeklärte Sicherheitsfragen. Die Vereinten Nationen verlangen Sicherheitsgarantien von allen Seiten, auch Israel, dass die Güter im Gazastreifen sicher verteilt werden können.

Ägypten hat nach Angaben von US-Präsident Joe Biden zugesichert, in einem ersten Schritt bis zu 20 Lastwagen mit humanitären Gütern über den Grenzübergang Rafah zu lassen. Danach könnten weitere Lieferungen folgen. Biden betonte aber, sollte die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas die Lieferungen konfiszieren, „dann hört es auf“. Laut UNO werden im Gazastreifen Hilfslieferungen im Ausmaß von 2000 Lkw benötigt.

Vorbereitungen begonnen

In Ägypten begannen am Freitag offenbar die Vorbereitungen für eine Öffnung der Grenze zum Gazastreifen für die dringend benötigten Hilfslieferungen. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitag aus Sicherheitskreisen erfuhr, wurden Betonblöcke nahe der Grenze zu dem abgeriegelten Palästinensergebiet entfernt.

Der staatsnahe ägyptische TV-Sender Al Kahera News hatte am Donnerstag gemeldet, der Grenzübergang Rafah, der einzige nicht von Israel kontrollierte Zugang zum Gazastreifen, werde am Freitag geöffnet. Die Regierung in Kairo erklärte aber, erst müssten durch israelische Luftangriffe beschädigte Straßen repariert werden.

Diese Reparaturarbeiten dauerten am Freitag noch an. Wie AFP von Augenzeugen an der Grenze erfuhr, waren Fahrzeuge und ägyptische Gerätschaften vor Ort, um die Straße auf der palästinensischen Seite der Grenze zu reparieren.

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Israel, das den Gazastreifen nach dem Großangriff der Hamas am 7. Oktober komplett abgeriegelt hatte, stimmte unter Bedingungen zu, dass zunächst 20 Lastwagen in den Gazastreifen fahren dürfen. Die Hilfsgüter dürfen nur im Süden des Gazastreifens an Zivilisten verteilt werden und nicht in die Hände der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas fallen.

2000 Lastwagen werden benötigt

Unter den 2,3 Millionen Bewohnern des Gazastreifen herrscht große Not, da Israel nach dem Großangriff der Hamas die Lieferung von Lebensmitteln, Wasser, Strom und Treibstoff eingestellt hat und Hilfskonvois bisher an der ägyptischen Grenze festhängen. Nach Angaben des Notfalldirektors der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Michael Ryan, werden insgesamt 2000 Lastwagen mit Hilfsgütern benötigt.

Mehr als eine Million Menschen sind angesichts einer erwarteten israelischen Bodenoffensive aus dem Norden des Gazastreifens in den Süden geflüchtet, wo auch Rafah liegt. Bei einem Truppenbesuch deutete Israels Verteidigungsminister Yoav Gallant am Donnerstag einen baldigen Beginn der Bodenoffensive an. „Im Moment seht ihr Gaza von Weiten, bald werdet ihr es von innen sehen. Der Befehl wird bald kommen“, sagte Gallant, der die Soldatinnen und Soldaten auf „schwierige“ Kämpfe einstimmte. (APA, AFP, Reuters,dpa)

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